Schutz vor STI: Präexpositionsprophylaxe zeigt Wirkung26. Juli 2018 Foto: Doxycyclin-Tabletten © Tobias Arhelger – fotolia.com Unter Männern, die Sex mit Männern haben, sind erhöhte Raten sexuell übertragbarer Krankheiten (STI) zu verzeichnen. Eine neue Studie sucht Antwort auf die Frage, ob eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) mit Doxycyclin die Inzidenz von STI reduzieren kann. Bei der Studie handelt es sich um einen Open-Label-Arm der Studie ANRS IPERGAY; alle Probanden waren mindestens 18 Jahre alt, haben ohne Kondombenutzung Sex mit Männern und wenden eine gegen HIV gerichtete Präexpositionsprophylaxe mit Tenofovir plus Emtricitabin an. Die Probanden wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder eine orale Dosis von 200 mg Doxycyclin PEP innerhalb von 24 h nach ungeschütztem Sex oder keine Prophylaxe. Primärer Endpunkt war das Auftreten einer STI (Gonorrhö, Klamydien oder Syphilis) während des 10-monatigen Follow-up. Es wurden 232 Teilnehmer registriert (116 in der PEP-Gruppe und 116 in der Kontrollgruppe) und durchschnittlich über 8,7 Monate (Interquartilsabstand 7,8-9,7) nachkontrolliert. Die Probanden der PEP-Gruppe nahmen durchschnittlich 680 mg Doxycyclin pro Monat ein (Interquartilsabstand 280 -1.450). Bei 73 Teilnehmern kam es während des Follow-Ups zu einer STI: 28 in der PEP-Gruppe (9-Monats-Wahrscheinlichkeit 22 %; 95 % KI, 15-32) und 45 in der Kontrollgruppe (42 %; 33-53). Das Auftreten von STI nach PEP war somit um den Faktor 0,53 (0,33-0,85) niedriger als ohne PEP. Ähnliche Ergebnisse wurden hinsichtlich der Infektion mit Klamydien verzeichnet (Risikoquotient 0,30; 95 % KI, 0,13-0,70) und der Syphilis (0,27; 0,07-0,98) verzeichnet; hinsichtlich einer Ersterkrankung an Gonorrhö unterschieden sich die Ergebnisse nicht wesentlich (Risikoquotient 0,83; 0,47-1,47). Es wurden keine HIV-Serokonversionen dokumentiert; 72 (71 %) der auftretenden STI waren asymptomatisch. Die Raten der schweren Nebenwirkungen waren in beiden Studiengruppen etwa gleich hoch: Gastrointestinale Nebenwirkungen wurden von 62 (53 %) der PEP-Probanden und von 47 (41 %) der Kontrollprobanden berichtet. Fazit: Die PEP mit Doxycyclin reduziert das Auftreten von bakteriellen STI bei Hochrisiko-Männern.
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