Schwangere mit CED zeigen proinflammatorisches Vaginalmilieu

Schwangere mit CED zeigen eine höhere Expression von proinflammatorischen Zytokinen in ihrem Vaginalmileu – selbst in Remission. (Symbolbild: © Subbotina Anna/stock.adobe.com)

Eine amerikanische Studie zeigt bei Schwangeren mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ein proinflammatorisches Zytokinprofil in der Vaginalschleimhaut – selbst in Remission.

Schwangere Frauen mit CED weisen laut einer neuen Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift „PLOS One“ veröffentlicht wurde, eine höhere Zytokinexpression in ihrer Vaginalschleimhaut auf als gesunde Frauen. Die Studie deutet jedoch auch darauf hin, dass eine qualitativ hochwertigere Ernährung mit mehr Gemüse und weniger zugesetztem Zucker mit niedrigeren Spiegeln entzündungsfördernder Zytokine bei schwangeren Frauen mit und ohne CED einhergeht.

Schwangere Frauen mit CED haben bekanntermaßen ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen, einschließlich Frühgeburten. Sie leiden zudem häufiger an bakterieller Vaginose, einer Erkrankung, die mit einem ungünstigen Schwangerschaftsverlauf verbunden ist. Bislang war jedoch wenig über die Vaginalschleimhaut schwangerer CED-Patientinnen im Vergleich zu gesunden Frauen bekannt.

In der neuen Studie rekrutierten die Forschenden insgesamt 48 schwangere Frauen im dritten Trimester: 23 mit diagnostizierter CED (18 mit Morbus Crohn und 5 mit Colitis ulcerosa) und 25 gesunde Kontrollen. Mehr als die Hälfte der CED-Patientinnen befand sich zum Zeitpunkt der Rekrutierung in Remission. Die Teilnehmerinnen gaben Vaginalabstriche ab und absolvierten drei von Interviewern geleitete Ernährungsbefragungen.

CED bedingt höhere Expression verschiedener Zytokine

Die Forschenden fanden heraus, dass schwangere Frauen mit CED, obwohl sich die bakterielle Zusammensetzung der Vaginalschleimhaut nicht wesentlich von der gesunder Schwangerer unterschied, eine höhere Expression proinflammatorischer Zytokine, insbesondere IL-6, IL-8 und IL-17, sowie eine niedrigere Expression des immunregulierenden Zytokins IFN-γ und des antiinflammatorischen Zytokins IL-4 zeigten. Bei allen Teilnehmerinnen, sowohl mit als auch ohne CED, war ein höherer Gemüsekonsum sowie ein geringerer Verzehr zugesetzten Zuckers mit höheren Konzentrationen des nützlichen Bakteriums Lactobacillus crispatus, niedrigeren IFN-γ- und höheren IL-4-Spiegeln verbunden.

Die Studie war aufgrund der geringen Stichprobengröße und der Tatsache, dass die Proben nur im dritten Trimester entnommen wurden, limitiert. Dadurch konnten weder Veränderungen im Verlauf der Schwangerschaft beurteilt noch Kausalzusammenhänge abgeleitet werden. Die Autoren geben jedoch an, dass schwangere Frauen mit CED auch in Remissionsphasen ein entzündungsförderndes Vaginalmilieu aufweisen, was ihr erhöhtes Risiko für Frühgeburten erklären könnte.

(lj/BIERMANN)

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