Schwangerschaft: Zusammenhang zwischen pränatalem Cannabis-Konsum und psychischer Gesundheit vermutet

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Forscher der Washington University, USA, skizzieren in einer neuen Studie potenzielle Mechanismen, die eine Rolle dabei spielen könnten, wie pränataler Cannabiskonsum später zu Verhaltensproblemen der Kinder führt.

„Wir sehen Hinweise darauf, dass Cannabiskonsum das sich entwickelnde Gehirn beeinflussen kann, was mit Assoziationen zur psychischen Gesundheit übereinstimmt“, kommentiert David Baranger von der Washington University die Studienergebnisse, die in der Fachzeitschrift „Nature Mental Health“ veröffentlicht wurde.

Die Studienautoren verwendeten statistische Methoden, um einige Störfaktoren herauszufiltern und mögliche biologische Messungen zwischen pränataler Cannabisexposition und Arten des jugendlichen Verhaltens vorzuschlagen. Nichts könne jedoch einen Kausalzusammenhang zu 100 Prozent beweisen, betonen die Forscher. „Aber wir können die Plausibilität des Kausalzusammenhangs prüfen und potenzielle biologische Korrelate identifizieren, die mit Cannabiskonsum und den psychischen Auswirkungen in Zusammenhang stehen, was darauf hindeutet, dass es plausibel ist“, ergänzt Ryan Bogdan von der Washington University.

Daten von 12.000 Kindern verwendet

Die Forscher haben Daten aus der „Adolescent Brain and Cognitive Development (ABCD) Study“ verwendet, einem laufenden Forschungsprojekt, an dem fast 12.000 Kinder in den Vereinigten Staaten teilnehmen. Im Rahmen dieser Studie sammelten die Forscher Daten über den Substanzkonsum jeder Mutter vor der Geburt und neurologische Bildgebungsdaten im Alter von 9 bis 10 und 11 bis 12 Jahren. Etwa 370 Kinder wurden Cannabis ausgesetzt, bevor die Mutter von der Schwangerschaft erfuhr. 195 waren sowohl vor als auch nach der Schwangerschaft dem Cannabis ausgesetzt. Die Forscher untersuchten eine Reihe von bildgebenden Verfahren, die für die Entwicklung des Gehirns wichtig sind, darunter Messungen der Gehirndicke und -oberfläche sowie Messungen der Wasserdiffusion in und aus Zellen.

Die Muster, die in der Gruppe der Kinder gefunden wurden, die vor der Geburt Cannabis ausgesetzt waren, stimmen mit einer möglichen Verringerung der Neuroinflammation überein, berichten die Wissenschaftler. „Es ist möglich, dass wir eine entzündungshemmende Wirkung von Cannabis beobachten, die zu Unterschieden in der Art und Weise führt, wie das Gehirn während der neurologischen Entwicklung beschnitten wird“, so Bogdan.

Einschränkungen der Studie

Der Versuch, die Eins-zu-eins-Verbindung zu finden, die beweist, dass pränataler Cannabiskonsum während der Teenagerjahre negative Auswirkungen hat, sei eine Herausforderung und mit retrospektiven Studien möglicherweise nicht möglich, betonen die Forscher. Baranger weist darauf hin, dass die größte Einschränkung dieses Datensatzes darin besteht, dass er retrospektiv ist: Die befragten Mütter gaben an, wie hoch ihr Cannabiskonsum zehn Jahre zuvor war.