Schwere Atopische Dermatitis: Komorbiditäten und Medikationen

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Ziel einer aktuellen Studie war die Ermittlung der Epidemiologie der schweren Atopischen Dermatitis (AD) bei Kindern und Erwachsenen sowie deren Therapie im klinischen Alltag.

In der retrospektiven Beobachtungsstudie unterzogen die Autoren Kranken­akten von Patienten im Alter ≥6 Jahren einem Review; es wurden Patienten berücksichtigt, die zwischen 2013 und 2017 mit schwerer AD diagnostiziert und behandelt wurden. Die Patienten wurden dem Alter entsprechend in 3 Studien­gruppen unterteilt: 6–12 Jahre, 13–18 Jahre und > 18 Jahre. Es wurden 2323 Fälle inkludiert. Die allgemeine Prävalenz betrug 0,10 % (95 %-Konfidenzintervall); die Prävalenz in den 3 Altersgruppen schlüsselte sich folgendermaßen auf: 6–12 Jahre: 0,39 %; 13–18 Jahre: 0,23 %; >18 Jahre: 0,07 %.

Der Anteil von Patienten männlichen Geschlechts betrug in den Gruppen 58, 48,6 und 39 %. Die generelle Komorbiditätsrate betrug 0,1, 0,2 und 0,9 (p < 0,001); die am häufigsten auftretenden Komorbiditäten waren Asthma (49,0, 44,9 und 20,8 %; p < 0,001) sowie Angstzustände (79,7, 65,8 und 67,3 %; p < 0,001). Orale Kortiko­steroide fanden bei 97,3, 90,9 und 81,7 % der Patienten Anwendung; Ciclosporin A (45,3 %), Azathioprin (15,9 %) und Methotrexat (9,0 %) waren die am häufigsten verschrieben systemischen Arzneimittel. Mit Biologika wurden 5,8 % der Patienten behandelt.

Fazit: Das Auftreten von Komorbiditäten bei Patienten mit schwerer AD erwies sich als signifikant, besonders hinsichtlich psychologischer, imunno-allergischer und kardiovaskulärer Erkrankungen. Anwendung und Dauer der verschriebenen Therapien unterlagen einer hohen Schwankungsbreite. (am)