SCIT oder SLIT? Therapietreue unterscheidet sich kaum17. November 2020 © Pixel-Shot – stock.adobe.com (Symbolbild) Frühere Studien haben über einen großen Unterschied in der Therapietreue von subkutan (SCIT) und sublingual (SLIT) verabreichter Allergen-Immuntherapie (AIT) berichtet. Eine dänische Studie fand für beide Hyposensibilisierungsmethoden jedoch eine vergleichbare Compliance und eine hohe Abschlussrate der Behandlung. Unter Verwendung der allen dänischen Staatsbürgern zugewiesenen Personenkennzahlen und der Verschreibungsdatenbank des dänischen National Health Service bestimmten Morten Borg vom Universitätsklinikum Aalborg, Dänemark, und Kollegen die jährlichen Compliance-Raten aller Patienten, die von Januar 1998 bis Dezember 2016 eine 3-jährige Gräserpollen-AIT erhielten. Das Verhältnis Männer/Frauen betrug bei SCIT nahezu 1:1, während die SLIT häufiger von Männern angewendet wurde. Ein großer Anteil der Anwender waren Kinder oder Jugendliche (32% [SCIT] bzw. 45% [SLIT]). Die Compliance nahm sowohl bei der subkutanen als auch bei der sublingualen Behandlung jedes Jahr allmählich ab; im 3. Jahr betrug die Compliance 57% (SCIT) bzw. 53% (SLIT). Die Compliance bei der SLIT gegen Gräserpollen wurde nach der Zulassung auf dem dänischen Markt jährlich analysiert. Sie nahm laut den Studienautoren nach der Einführung deutlich zu und stabilisierte sich auf einem relativ hohen Niveau. Fazit „Auf Basis früherer Studien hatten wir die Hypothese aufgestellt, dass die AIT-Compliance niedrig ist, insbesondere bei SLIT. In Dänemark war die Compliance bei SCIT und SLIT jedoch fast ähnlich, und die Mehrheit der Patienten schloss den 3-jährigen Behandlungszeitraum mit einer Compliance im letzten Quintil ab“, fassen die Autoren ihre Ergebnisse in der Zeitschrift „Respiratory Medicine“ zusammen. (ej) Autoren: Borg M et al. Korrespondenz: Morten Borg; [email protected] Studie: Compliance in subcutaneous and sublingual allergen immunotherapy: A nationwide study Quelle: Respir Med 2020;170:106039. Web: https://doi.org/10.1016/j.rmed.2020.106039
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