Screening erhöht die Überlebensrate bei Brustkrebs im Stadium IV deutlich

Wird Brustkrebs im Stadium IV bei einem Screening erkannt, erhöht sich die Überlebenschance von unter 20 auf 60 Prozent. (Bild: © Valerii Apetroaiei/stock.adobe.com)

Frauen mit Brustkrebs im Stadium IV, der durch ein Screening entdeckt wurde, haben zehn Jahre nach der Diagnose eine 60-prozentige Überlebenschance, während die Überlebensrate bei Brustkrebs im Stadium IV, der nicht durch ein Screening entdeckt wurde, unter 20 Prozent liegt.

Eine neue Studie aus England und Dänemark untersuchte, ob die Methode der Brustkrebsfrüherkennung die Überlebensraten in verschiedenen Stadien der Erkrankung beeinflusst. Die in der Fachzeitschrift „JNCI“ veröffentlichten Ergebnisse legen nahe, dass selbst im fortgeschrittensten Stadium, in dem sich der Krebs bereits auf entfernte Organe oder Gewebe ausgebreitet hat, ein Screening noch nicht zu spät für eine erfolgreiche Behandlung erfolgt sein muss.

Für ihre Studie verknüpften die Forschenden dänische Brustkrebs-Screening-Daten aus den Jahren 2010 bis 2019 mit nationalen Sterberegistern aus den Jahren 2010 bis 2022. Anschließend verglichen sie die Sterblichkeit von Frauen mit Brustkrebs mit der von Frauen ohne Brustkrebs, um die durch die Krebserkrankung bedingte Übersterblichkeit zu schätzen. Einzigartig war die separate Untersuchung der Sterblichkeit von Frauen ohne Brustkrebs, abhängig von ihrer vorherigen Teilnahme an Brustkrebs-Screenings. Dadurch konnten Verzerrungen im Zusammenhang mit der Teilnahme am Screening vermieden werden.

Screening verbessert Prognose von Stadium-IV auf Stadium-III-Niveau

Letztautor Prof. Peter Sasieni erklärt: „Wir untersuchten das Überleben von Frauen mit durch Screening entdecktem Brustkrebs, von Frauen, die nie an einem Screening teilgenommen hatten, und von Frauen, die zwar bereits gescreent wurden, deren Krebs aber nicht im Rahmen des Screenings entdeckt wurde. Bei Frauen mit Brustkrebs im Stadium I, II und III variierte das Überleben nicht in Abhängigkeit von der Screening-Historie. Überraschenderweise zeigte sich jedoch bei Brustkrebs im Stadium IV, dass die Prognose für Frauen, deren Krebs durch Screening entdeckt wurde, der von Frauen mit Brustkrebs im Stadium III ähnelte – sie hatten eine dreimal höhere Wahrscheinlichkeit, weitere zehn Jahre zu leben als andere Frauen mit Brustkrebs im Stadium IV.“

Die Studie ergab, dass bei durch Screening in diesem Stadium diagnostizierten Tumoren die Wahrscheinlichkeit eines chirurgischen Eingriffs höher war. Dies deutet darauf hin, dass die Ausbreitung zwar vorhanden, aber begrenzt war und eine vollständige operative Entfernung versucht werden konnte.

Diese neuen Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung der Förderung von Vorsorgeuntersuchungen. Die Autoren weisen darauf hin, dass sie auch die Überwachung von Brustkrebs-Screening-Programmen ermöglichen, indem sie die Auswirkungen auf die Brustkrebssterblichkeit anhand des Stadiums bei der Diagnose vorhersagen. Auf diese Weise lässt sich die Wirksamkeit von Änderungen im Brustkrebs-Screening fünf bis zehn Jahre früher feststellen, als wenn man die Brustkrebssterblichkeit abwarten müsste.

(lj/BIERMANN)

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