Seborrhoische Dermatitis: Erhöhte Rate an kutanen Komorbiditäten

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Die Seborrhoische Dermatitis ist eine relativ häufig auftretende, doch epidemiologisch eher unzureichend erforschte chronische Hauterkrankung.

Um die Prävalenz der Seborrhoischen Dermatitis in Deutschland sowie die dermatologischen Komorbiditäten zu evaluieren, werteten die Autoren die Daten von verschiedenen Reihenuntersuchungen aus. Hierbei handelte es sich um ganzkörperliche Hautscreenings in über 500 größeren Betrieben, die von erfahrenen Dermatologen durchgeführt wurden; die Daten wurden elektronisch dokumentiert.

Insgesamt nahmen 161.269 Individuen (55 % Männer, Durchschnittsalter 43,2 ± 10,9 Jahre) an diesen Screenings teil. Eine Seborrhoische Dermatitis wurde bei 3,2 % der teilnehmer diagnostiziert (Männer 4,6 %, Frauen 1,4 %). Es ergab sich eine signifikante Differenz hinsichtlich der Altersgruppen: 2 % bei Personen unter 35 Jahren, 3,6 % bei 35- bis 64-Jährigen und 4,4 % bei Personen von 65 Jahren und darüber. Die am häufigsten auftretenden konkomitanten Haut­erkrankungen waren: Follikulitis (17,0 %; 95 %-KI 15,9–18,1), Onychomykosen (9,1 %; 95 %-KI 8,3– 10,0), Tinea pedis (7,1 %; 95 %-KI 6,3–7,8), Rosazea (4,1 %; 95 %-KI 3,6–4,7), Akne (4,0 %; 95 %-KI 3,4–4,5) sowie Psoriasis (2,7 %; 95 %-KI 2,3–3,2).

Eine Regressionsanalyse offenbarte, dass folgende dermatologische Komorbiditäten vorherrschten, wenn hinsichtlich Alter und Geschlecht adjustiert wurde: Follikulitis (Chancenverhältnis [OR] 2,1; 95 %-KI 2,0–2,3), Kontaktekzem (OR 1,8; 95 %-KI 1,1–2,8), Intertrigo (OR 1,8; 95 %-KI 1,4–2,2), Rosazea (OR 1,6; 95 %-KI 1,4–1,8), Akne (OR 1,4; 95 %-KI 1,2–1,7), Pyodermie (OR 1,4; 95 %-KI 1,1–1,8), Tinea corporis (OR 1,4; 95 %-KI, 1,–2,0), Pityriasis versicolor (OR 1,3; 95 %-KI 1,0–1,7) und Psoriasis (OR 1,2; 95 %-KI 1,0–1,5). (am)