Selbst eine Chemotherapie wirkt sich nicht negativ auf das Ungeborene aus10. März 2023 Bild: © Photographee.eu – stock.adobe.com Laut einer Studie scheint sich die In-utero-Exposition gegenüber mütterlichem Krebs und dessen Behandlung nicht negativ auf die Kinder auszuwirken. Kinder, die in utero einer Krebserkrankung der Mutter ausgesetzt waren, müssen laut einer aktuellen Studie aus Dänemark offenbar nicht mit einem erhöhten Risiko für Mortalität oder schwere Morbidität rechnen. Selbst die Exposition des Fötus gegenüber einer Chemotherapie war nicht mit nachteiligen gesundheitlichen Folgen in der Kindheit verbunden. Im Rahmen ihrer landesweiten Kohortenstudie hatten die Autoren um Dr. Iben K. Greiber vom Rigshospitalet in Kopenhagen alle 2.526.163 in Dänemark zwischen 01/1978 und 12/2018 lebendgeborenen Kinder identifiziert. Als Exposition galt die Krebsdiagnose der Mutter während der Schwangerschaft (n=690 [0,03%]) und in einer Subgruppenanalyse die Exposition gegenüber einer Chemotherapie in utero. Die Endpunkte Gesamtsterblichkeit sowie somatische und psychiatrische Diagnosen identifizierte das Forscherteam anhand der nationalen Gesundheitsregister. Die Nachbeobachtung der Kinder begann mit ihrer Geburt und endete mit einem Ereignis, Tod, Auswanderung oder spätestens Ende 2018. Mithilfe der Cox-Regressionsanalyse schätzten die Autoren die Hazard Ratios der Endpunkte, die für potenzielle Störfaktoren angepasst wurden. Im Vergleich zu nicht exponierten Föten hatten in utero exponierte Kinder weder eine höhere Gesamtsterblichkeit – adjustierte Hazard Ratio von 0,8 (95%-KI 0,4 bis 1,5) – noch ein erhöhtes Risiko für angeborene Missbildungen, somatische oder psychiatrische Erkrankungen. Im Zeitraum 2002-2018 wurden von 378 (0,03%) Kindern, die im Mutterleib Krebs ausgesetzt waren, 42 (12,5%) einer Chemotherapie unterzogen. Bei diesen 42 Kindern war die In-utero-Exposition gegenüber einer Chemotherapie weder mit ausgewählten somatischen Erkrankungen noch mit angeborenen Fehlbildungen verbunden, wenn sie mit Kindern verglichen wurden, die einer In-utero-Exposition mit einer Krebserkrankung der Mutter ohne Chemotherapie ausgesetzt waren. (sf)
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