Selbsthilfe Mukoviszidose appelliert an den Bundestag7. März 2018 Foto: © Zerbor – Fotolia.com Der Verein Mukoviszidose e.V. appelliert an den Bundestag, endlich Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation vor allem der erwachsenen Mukoviszidose-Patienten in Deutschland zu verbessern. Anfang 2017 hatte der Mukoviszidose e.V. eine Petition gestartet, die die Sicherstellung der Versorgung für erwachsene Mukoviszidose-Betroffene gefordert hatte. Das Anliegen war erfolgreich: Knapp 100.000 Menschen unterzeichneten die Petition. Am 6. März 2017 waren Vertreter des Mukoviszidose e.V. im Petitionsausschuss zu Gast und hatten Stellung zur Versorgungssituation in Deutschland bezogen. Trotz all dem hat die Politik bislang nicht auf das Anliegen des Mukoviszidose e.V. reagiert. Der Verein appelliert daher an den Bundestag, dass dieser endlich Maßnahmen ergreift, damit sich die Situation vor allem der erwachsenen Mukoviszidose-Patienten in Deutschland verbessert. „Wir sind traurig und bestürzt, dass das wichtige Thema der Versorgung von erwachsenen Mukoviszidose-Betroffenen immer noch in der Luft hängt“, sagte Stephan Kruip, Bundesvorsitzender des Mukoviszidose e.V., ein Jahr nach der Anhörung im Petitionsausschuss. „Wir appellieren daher an den Bundestag, sich endlich mit dem Thema zu beschäftigen und Maßnahmen zu ergreifen, die die Situation für Mukoviszidose-Patienten verbessern“, so Kruip weiter, der selbst von der seltenen Genkrankheit betroffen ist. Versorgungsnotstände bei Mukoviszidose Ein Grund für die zunehmenden Versorgungsnotstände bei Mukoviszidose ist, dass Patienten heute älter werden. Inzwischen sind knapp 3000 Patienten erwachsen, während es 1984 nur etwa 200 erwachsene Mukoviszidose-Betroffene gab. Mit steigendem Alter leiden die Betroffenen aber auch unter vermehrten Folge- und Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Osteoporose. Daher haben ältere Patienten einen erhöhten Versorgungsbedarf. Doch trotz dieses erhöhten Bedarfes gibt es in Deutschland nur wenige Kliniken, die erwachsene Mukoviszidose-Patienten behandeln. Und die Situation wird sich noch verschärfen: Eine 2015 auf Basis der Patientendaten des Europäischen Mukoviszidose-Registers (European Cystic Fibrosis Society) errechnete demographische Prognose ergab, dass die Anzahl der Erwachsenen mit Mukoviszidose bis 2025 um 50 Prozent ansteigen wird. Finanzierung von Mukoviszidose-Einrichtungen weiterhin problematisch Eine der in der Anhörung genannten Finanzierungsmöglichkeiten für Mukoviszidose-Ambulanzen ist die sogenannte Ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV). Erste Ergebnisse einer bisher noch nicht veröffentlichten Erhebung im Auftrag des Mukoviszidose e.V. deuten darauf hin, dass nur ein geringer Teil der befragten Mukoviszidose-Einrichtungen die Teilnahme an der ASV beantragt hat oder beantragen wird. Die Einrichtungen begründen dies insbesondere mit dem aufwändigen Anzeigeverfahren, denn Anträge können bis zu 3000 Seiten lang sein. Auch lässt sich aus Gesprächen mit Mukoviszidose-Einrichtungen ableiten, dass diese sich keine finanziellen Vorteile durch eine Teilnahme an der ASV erhoffen. Ob sich die finanzielle Lage der Mukoviszidose-Einrichtungen durch Zentrenzuschläge für Zentren für Seltene Erkrankungen oder Hochschulambulanzpauschalen verbessen wird, lässt sich aus den Entwicklungen des letzten Jahres noch nicht absehen. Hierzu müssen Prozesse der Krankenhausplanung auf Landesebene und Vergütungsverhandlungen abgewartet werden. „Die Entwicklungen des letzten Jahres sind für alle Beteiligten ernüchternd. Mit den neuen Vergütungsinstrumenten sollten Strukturen geschaffen werden, um die Versorgung bei Mukoviszidose sicherzustellen. Doch die Umsetzung läuft schleppend, da die Ambulanzen enorme bürokratische Hürden überwinden müssen – und das bisher ohne eine konkrete Aussicht auf eine auskömmliche Finanzierung“, fasste Kruip die Beobachtungen des Mukoviszidose e.V. zusammen. „Und dabei ist es nicht die Aufgabe unseres Vereins, die Vergütung von Mukoviszidose-Einrichtungen zu überwachen. Die Leidtragenden sind die Patienten. Sie müssen weiterhin auf eine flächendeckende und qualitätsgesicherte Versorgung warten. Daher unser Appell an die Politik: Bitte vergessen Sie die Menschen mit Mukoviszidose nicht!“
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