Selten, aber gefährlich: Neu auftretendes Vorhofflimmern nach PCI

Nur selten kommt es im Rahmen einer perkutanen Koronarintervention zu einem Vorhofflimmern. (Illustration: ©Crystal light/stock.adobe.com)

Nur wenige Patienten, die sich aufgrund eines ST-Hebungsinfarktes (STEMI) einer primären perkutanen Koronar­intervention (PCI) unterziehen, entwickeln direkt im Anschluss ein neu auftretendes Vorhofflimmern (NOAF). Kommt es aber doch dazu, ist die Prognose während des Krankenhausaufenthaltes ungünstig.

Das zeigen die Ergebnisse einer multizentrischen Registerstudie und Meta­analyse, die im Fachmagazin „Heart Rhythm“ erschienen. Die chinesische Autorengruppe hält daher die Gabe von Antikoagulanzien bei diesen Patienten während des Krankenhausaufenthaltes für gerechtfertigt.

Nur 1,3 Prozent entwickelten neu auftretendes Vorhofflimmern

In den Daten des CCC-ACS-Projektes identifizierten die Forscher 19.288 STEMI-Patienten, die sich einer PCI unterzogen. Von diesen entwickelten 1,3 Prozent (n=253) NOAF. Unabhängige Risikofaktoren für NOAF waren ein Alter von mindestens 65 Jahren, Hypertonie, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Killip-Klasse IV und die rechte Koronararterie als betroffenes Gefäß.

Erhöhtes Risiko für schwerwiegende Ereignisse

NOAF-Patienten hatten während des Krankenhausaufenthaltes ein höheres Risiko für Gesamtmortalität (Hazard Ratio [HR] 2,26; 95 %-KI 1,08–4,71), Herzinsuffizienz (HR 4,29; 95 %-KI 2,81–6,55), kardiogenen Schock (HR 4,30; 95%-KI 2,28–8,13), Stentthrombose (HR 6,04; 95 %-KI 1,71–21,45) und schwere Blutungen (HR 2,86; 95 %-KI 1,44–5,66).

In einer zusätzlichen Metaanalyse führten die Studienautoren ihre Ergebnisse mit Daten aus der Literatur zusammen. Die Metaanalyse ergab, dass Patienten mit NOAF ein höheres Risiko für einen Schlag­anfall während des Krankenhausaufenthaltes aufwiesen (Odds Ratio 3,33; 95 %-KI 1,73–6,43).

Die Gabe von Antikoagulanzien während des Krankenhausaufenthaltes war bei NOAF-Patienten mit einer geringeren Gesamtmortalität, aber ähnlichen Raten schwerer Blutungen assoziiert.

(ah/BIERMANN)