Serielle ctDNA-Analyse identifiziert NMIBC-Patienten mit besonders hohem Risiko

ctDNA als diagnostischer Biomarker (Grafik KI-generiert von Google Gemini)

Unter Patienten mit nicht muskel­invasivem Hochrisiko-Blasenkarzinom (HR-NIMBC) lässt sich mittels einer Längsschnittanalyse zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) eine Subgruppe identifizieren, die ein besonders hohes Risiko für klinisches und pathologisches Upstaging sowie für Fernrezidive hat – häufig ohne entsprechende zystoskopische oder radiologische Nachweise.

In einer aktuellen Kohortenstudie führten Erstautor Dr. Can Aydogdu, Research Fellow vom Universitätsklinikum der LMU München an der Cleveland Clinic in den USA, und seine Kollegen an 52 HR-NMIBC-Patienten serielle Analysen der ctDNA im Plasma unter Verwendung eines personalisierten, tumorspezifischen Assays durch. Sie entnahmen die ctDNA-Proben bei der Erstvorstellung sowie in etwa dreimonatigen Abständen während der routinemäßigen klinischen Therapie und der Nachsorge. Bei einer Untergruppe der Tumoren fügten sie eine Sequenzierung des gesamten Exoms hinzu, um genomische Veränderungen zu untersuchen, die mit dem ctDNA-Nachweis und der klinischen Progression assoziiert sind.

Bei 17 von 52 Patienten (33 %) war ctDNA nachweisbar. Dazu gehörten 8 von 29 Patienten ohne vorherige Therapie mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG) (BCG-naiv; 28 %) sowie 9 von 23 Patienten mit vorangegangener BCG-Exposition oder fehlendem Ansprechen auf BCG (39 %). Die meisten Patienten erhielten eine intravesikale Therapie, einschließlich BCG oder intravesikaler Salvage-Chemotherapie. Bei einer Untergruppe wurde eine radikale Zystektomie durchgeführt.

ctDNA-positiver Befund spiegelt aggressive Tumorbiologie

Ein klinisches Upstaging trat bei 10 von 17 ctDNA-positiven Patienten auf, verglichen mit 5 von 35 ctDNA-negativen Patienten (59 % vs. 14 %; p = 0,002). Unter den 21 Patienten, die sich einer Zystektomie unterzogen, kam es bei 7 von 9 ctDNA-positiven Patienten und bei einem von 12 ctDNA-negativen Patienten zu einem pathologischen Up­staging (78 % vs. 8 %; p = 0,002). Ein Fernrezidiv trat bei 3 von 17 (18 %) ctDNA-positiven Patienten auf, jedoch bei keinem der ctDNA-negativen Patienten. TP53-Alterationen waren bei ctDNA-positiven Tumoren gehäuft festzustellen, während Alterationen im Gen des Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptors (FGFR3) häufiger bei ctDNA-negativen Tumoren auftraten.

„Ein ctDNA-positiver Befund spiegelt eine aggressive Tumorbiologie wider und kann dabei helfen, Patienten zu identifizieren, die wahrscheinlich nicht von einer fortgesetzten intravesikalen Salvage-Therapie profitieren“, schließen die Autoren. Als Limitationen ihrer Studie nennen sie die kleine Kohorte und den begrenzten Nachbeobachtungszeitraum. Ihre Ergebnisse regen aber prospektive Studien über ein ctDNA-gesteuertes Therapie­management an.

(ms/BIERMANN)

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