Zystektomie bei Hochrisiko-NMIBC: Präoperative ctDNA eignet sich als prognostischer Marker

ctDNA erweist sich immer mehr als zuverlässiger Biomarker. Symbolbild (KI-generiert): Salman Ahmad – stock.adobe.com

Bei Patienten mit hochriskantem nicht muskelinvasiven Blasenkrebs (HR-NMIBC), die sich einer radikalen Zystektomie (RC) unterziehen, kann die präoperativ bestimmte zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) ein ­Upstaging und ein Rezidiv nach der Operation voraussagen. Das fanden US-amerikanische und israelische Wissenschaftler heraus.

Erstautor Reuben Ben-David und Kollegen führten eine bizentrische Analyse von Patienten mit HR-NMIBC (cN0M0) durch, die zwischen 2021 und 2023 eine RC erhielten und bei denen vor und nach der RC prospektive, serielle, tumorinformierte ctDNA-Analysen durchgeführt wurden. Als Fenster der molekularen Resterkrankung legten sie die ersten 90 Tage nach RC fest. Den primären Endpunkt rezidivfreies Überleben (RFS) analysierten sie mit der Kaplan-Meier-Methode.

Insgesamt nahmen die Studienautoren 56 Patienten (Altersmedian 67 Jahre; IQR 62–72) mit NMIBC in ihre Analyse auf. Die Nachbeobachtung dauerte im Median 14 Monate (IQR 6–18). Von 45 dieser Patienten lagen präoperative Proben zur ctDNA-Bestimmung vor. Bei 15 Patienten (33,3 %) war ctDNA nachweisbar, bei 30 Patienten (66,7 %) war dies nicht der Fall. 12 Patienten (26,8 %) hatten nicht auf Bacillus Calmette-Guérin (BCG) angesprochen. Vor RC war die T1-High-grade-Pathologie (60 %) am häufigsten, gefolgt von T1HG + Carcinoma in situ (28,9 %).

Mehr Hochstufungen bei ctDNA-positiven Patienten

Die Tumorpathologie von Patienten, bei denen ctDNA vor der RC nachweisbar war, wurde nach der Operation häufiger hochgestuft (≥pT2; 66,7 % vs. 13,3 %). Unter diesen Patienten war ein Drittel Lymphknoten-positiv, was bei keinem Patienten mit nicht nachweisbarer ctDNA der Fall war (OR 13,0; 3,13–66,1; p<0,001). Bei einem Fünftel der Patienten ohne nachweisbare ctDNA war nach der Operation kein Tumor mehr nachweisbar (pT0) und keiner hatte eine ≥pT3- oder lymphknotenpositive Erkrankung.

In der Überlebensanalyse war die vor RC nachweisbare ctDNA mit schlechterem RFS verknüpft als das Fehlen nachweisbarer ctDNA (Log-Rank; p<0,0001; Hazard Ratio 11 [2,27–53,8]). Das 6-Monats-RFS war bei ctDNA-Nachweis mit 64,3 % (43,5–95) vs. 100 % deutlich schlechter; dasselbe gilt für das 12-Monats-RFS (38,6 % [17,1–87,2] vs. 95,7 % [87,7–100]). War ctDNA im Fenster der molekularen Resterkrankung nachweisbar, so war dies mit einem schlechteren RFS verbunden (Log-Rank; p<0,0001; HR 14,1 [3,12–63,7], p = 0,001).

(ms/BIERMANN)

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