Serotonin-Neuronen verbessern die Fortpflanzungsfunktion

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Wissenschaftler der Universität Nagoya, Japan, haben den Zusammenhang zwischen Energieniveau und Fruchtbarkeit bei Tieren und Menschen aufgeklärt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Die Forscher stellten fest, dass die von Serotonin-Neuronen ausgehenden Signale für die Aufrechterhaltung der Fortpflanzungsfunktion wichtig sind, indem sie die Verfügbarkeit von Glukose erkennen und anschließend die Freisetzung des Fortpflanzungshormons Gonadotropin fördern.

Als die Forscher den Gehirnen von Ziegen Serotonin verabreichten, löste dies die Aktivierung der Kisspeptin-Neuronen aus, die der primäre Stimulator für die Freisetzung von wichtigen Fortpflanzungshormonen wie Gonadotropin-Releasing-Hormon und Gonadotropinen sind. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass serotonerge Neuronen Serotonin freisetzen können, wenn sie einen hohen Glukosespiegel wahrnehmen. Indem sie mit den Serotoninrezeptoren in den Kisspeptin-Neuronen interagieren, können sie die Fortpflanzungsfunktionen verbessern. Durch die Verwendung von Hemmstoffen für die serotonerge Signalübertragung konnten die Forscher auch feststellen, dass das Gegenteil der Fall war. Diese wichtige Erkenntnis gibt Aufschluss darüber, warum Säugetiere mit einer schlechten Ernährung Probleme mit der Fruchtbarkeit haben.

Grundlage für die Behandlung von depressionsbedingter Unfruchtbarkeit

Die bei Menschen mit Depressionen häufig beobachtete Fehlfunktion der Serotonin-Neuronen lässt vermuten, dass eine geringe serotonerge Aktivität ein Teil der Ursache sein könnte. Die Forschungen bilden die Grundlage für die Behandlung von depressionsbedingter Unfruchtbarkeit beim Menschen und von Fortpflanzungsstörungen bei Nutztieren, was auf einen möglichen Zusammenhang und eine mögliche Behandlung hindeutet.

„Da selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) üblicherweise zur Behandlung von Depressionen bei Patienten verschrieben werden, deuten Studien darauf hin, dass diese Medikamente auch bei depressionsbedingter Unfruchtbarkeit und bei der Behandlung von Tieren von Nutzen sein könnten“, so Prof. Hiroko Tsukamura, Leiterin der Forschungsgruppe. Sie schlägt vor, dass SSRIs in Zukunft für die Fortpflanzung von Menschen und Tieren oder in Kombination mit Diätbehandlungen für Menschen mit Depressionen eingesetzt werden könnten.