SGLT-2-Hemmer: Einnahme korreliert mit geringerem Demenzrisiko bei älteren Patienten29. Juni 2023 © Robert Kneschke – stock.adobe.com (Symbolbild) Ein Typ-2-Diabetes (T2D) erhöht das Demenzrisiko, aber es fehlen eindeutige Beweise für die Empfehlung von Maßnahmen, die dieses Risiko mindern können. In einer bevölkerungsbasierten retrospektiven Kohortenstudie wurde nun untersucht, ob die Neuanwendung von Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitoren (SGLT2i) versus Dipeptidylpeptidase-4-Inhibitoren (DPP-4i) mit einem geringeren Demenzrisiko assoziiert ist. Einwohner der kanadischen Provinz Ontario im Alter von ≥66 Jahren, die zwischen dem 1. Juli 2016 und dem 31. März 2021 eine Behandlung mit einem SGLT2i oder DPP-4i begonnen hatten, wurden in die Kohorte aufgenommen. Eine auftretende Demenz identifizierten die Forschenden anhand eines validierten Algorithmus für die Alzheimer-Krankheit und verwandte Demenzerkrankungen. Sie ermittelten die adjustierte Hazard Ratio (aHR) und das Konfidenzintervall (KI) für die Zeit bis zum Auftreten einer Demenz. Um die umgekehrte Kausalität und die Krankheitslatenz zu berücksichtigen, begann das Beobachtungsfenster mit einer Verzögerung von 1 Jahr ab dem Eintritt in die Kohorte. Die primäre Analyse folgte der Intention-to-Treat-Expositionsdefinition und es wurde eine sekundäre As-Treated-Analyse durchgeführt. Über ein mittleres Follow-up von 2,80 Jahren nach Kohorteneintritt war eine Einnahme von SGLT2i versus DPP-4i bei 106.903 Personen mit einem geringeren Demenzrisiko assoziiert (14,2/1000 Personenjahre; aHR 0,80; 95%-KI 0,71–0,89). Bei einer Stratifizierung nach unterschiedlichen SGLT2i wies Dapagliflozin das geringste Risiko auf (aHR 0,67; 95%-KI 0,53–0,84), gefolgt von Empagliflozin (aHR 0,78; 95%-KI 0,69–0,89), während Canagliflozin keine Assoziation zeigte (aHR 0,96; 95%-KI 0,80–1,16). In der As-Treated-Analyse wurde versus Intention-to-Treat-Analyse eine größere Assoziation beobachtet (aHR 0,66; 95%-KI 0,57–0,76). Fazit Die Einnahme von SGLT2i versus DPP-4i ist diesen Resultaten zufolge mit einem geringeren Demenzrisiko bei älteren Menschen mit T2D assoziiert. Weitere randomisierte Studien seien daher nun gerechtfertigt, so das Fazit der Autoren. (bi) Autoren: Wu CY et al. Korrespondenz: Walter Swardfager; [email protected] Studie: Association of Sodium–Glucose Cotransporter 2 Inhibitors With Time to Dementia: A Population-Based Cohort Study Quelle: Diabetes Care 2023;46(2):297–304. Web: https://doi.org/10.2337/dc22-1705
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