SGLT-2-Inhibitoren: Direkter Vergleich zum kardiovaskulären Nutzen8. Juli 2025 © Pixel-Shot – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Belege für den kardiovaskulären Nutzen und die Sicherheit von SGLT-2-Inhibitoren (SGLT2i) stammen hauptsächlich aus placebokontrollierten Studien. Eine Forschergruppe vom Brigham and Women’s Hospital und der Harvard Medical School in Boston, USA, verglich nun die Wirksamkeit und Sicherheit von Canagliflozin oder Dapagliflozin mit Empagliflozin. Während die kardiovaskuläre Wirksamkeit bei klinisch wirksamen Dosen insgesamt vergleichbar war, zeigte Dapagliflozin in niedriger Dosierung vs. Empagliflozin einen geringeren Nutzen für die Herzinsuffizienz(HF)-bedingte Hospitalisierung (HFH). Die Forscher um die korrespondierende Autorin Elisabetta Patorno verwendeten für ihre Vergleichsstudie die Daten dreier US-amerikanischer Abrechnungsdatenbanken. Daraus entnahmen sie die Daten von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes (T2D) und einer erstmaligen Verabreichung von Canagliflozin (n=232.890), Dapagliflozin (n=129.881) oder Empagliflozin (n=295.043) ohne jegliche Anwendung von SGLT2i in den vorangegangenen 365 Tagen (Daten von August 2014 bis Juni 2020; Nachbeobachtungszeit von bis zu 8 Jahren). Sie verglichen deren Einsatz in Bezug auf einen zusammengesetzten Endpunkt (Myokardinfarkt [MI] oder Schlaganfall), HFH, MI, Schlaganfall und Gesamtsterblichkeit sowie mit Blick auf die Sicherheitsergebnisse. Dazu zählten diabetische Ketoazidose (DKA), Amputation der unteren Gliedmaßen, Knochenbrüche, schwere Harnwegs- (UTI) und Genitalinfektionen. Außerdem gingen sie der Frage nach, ob sich die Auswirkungen je nach Dosierung oder Vorgeschichte von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) unterscheiden. Datenbankspezifische Modelle gewichteten sie mithilfe eines Propensity-Score-Matchings, um 129 Störfaktoren zu berücksichtigen. Im Ergebnis stellten die Wissenschaftler fest, dass mit Empagliflozin behandelte Patienten zu Studienbeginn seltener diabetesbedingte Erkrankungen oder eine Vorgeschichte von CVD aufwiesen als jene, die Canagliflozin oder Dapagliflozin erhalten hatten. Hinsichtlich des MI-/Schlaganfallrisikos waren sowohl Canagliflozin (HR 0,98; 95%-KI 0,91–1,05) als auch Dapagliflozin (HR 0,95; 95%-KI 0,89–1,03) mit Empagliflozin vergleichbar. Dapagliflozin-Initiatoren hatten ein höheres Risiko für eine HFH (HR 1,19; 95%-KI 1,02–1,39), insbesondere bei der niedrigen Dosis von 5 mg (HR 1,30; 95%-KI 1,12–1,50). Diese Ergebnisse waren unabhängig von der CVD-Vorgeschichte konsistent. Was die Sicherheit betraf, so hatten Canagliflozin- vs. Empagliflozin-Initiatoren ein geringeres Risiko für Genitalinfektionen (HR 0,94; 95%-KI 0,91–0,97), aber ein höheres Risiko für schwere UTI (HR 1,13; 95%-KI 1,03–1,24), während Dapagliflozin-Initiatoren ein geringeres Risiko für Genitalinfektionen (HR 0,92; 95%-KI 0,89–0,95) und DKA (HR 0,78; 95%-KI 0,68–0,90) hatten. FazitObwohl alle 3 SGLT2i das kardiovaskuläre Risiko gleichermaßen wirksam senken, sprechen die Ergebnisse dieser Studie für den Einsatz von SGLT2i in den Dosierungen, die für kardiovaskuläre Effekte bei Personen mit einem höheren Risiko für HF empfohlen werden, folgern die Autoren. (ah) Autoren: Shin H et al.Korrespondenz: Elisabetta Patorno; [email protected]Studie: Comparative Effectiveness of Individual Sodium-Glucose Cotransporter 2 InhibitorsQuelle: JAMA Intern Med 2025;185(3):302–313. Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2024.7357
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