SGLT2i senken das Risiko für Demenz und Parkinson17. März 2025 © shidlovski – stock.adobe.com (Symbolbild) Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitoren (SGLT2i) senken das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes unabhängig von verschiedenen Faktoren, einschließlich Begleiterkrankungen und bioklinischen Parametern, erheblich. Zu diesem Schluss kommt eine landesweite bevölkerungsbasierte Studie aus Südkorea, die im Journal „Neurology“ veröffentlicht wurde und den Zusammenhang zwischen der Anwendung von SGLT2i und dem Risiko für das Auftreten von Demenz und der Parkinson-Krankheit (PK) bei Patienten mit Typ-2-Diabetes untersucht hat. Dazu analysierten die Forschenden retrospektiv die Daten von 1.348.362 Patienten mit Typ-2-Diabetes (≥40 Jahre), die zwischen 2014 und 2019 mit der Einnahme von Antidiabetika begannen. Die Angaben entstammten der Korean National Health Insurance Service Database. Ein Propensity-Score-Matching von SGLT2i mit anderen oralen Antidiabetika (OAD; 1:1) ergab schließlich eine Kohorte von 358.862 Teilnehmern, die hinsichtlich der Inzidenz von Alzheimer-Krankheit (AD), vaskulärer Demenz (VaD) und PK ausgewertet wurde. Sekundäre Studienparameter waren das Auftreten von Demenz aufgrund aller Ursachen (AD, VaD und andere Demenz) und eine Kombination aus Demenz aufgrund aller Ursachen und PK. Den Zusammenhang zwischen der SGLT2i-Einnahme und dem Risiko für Demenz und PK evaluierten die Forschenden mithilfe von Cox-Proportional-Hazard-Modellen. Insgesamt traten bei den 358.862 Teilnehmern (mittleres Alter 57,8 ±9,6 Jahre; 58,0% männlich) 6837 Fälle von Demenz oder PK auf. Hinsichtlich der einzelnen Endpunkte war eine 6 Monate zurückliegende Einnahme von SGLT2i mit einem reduzierten Risiko für AD (aHR 0,81; 95%-KI 0,76–0,87), VaD (aHR 0,69; 95%-KI 0,60–0,78) und PK (aHR 0,80; 95%-KI 0,69–0,91) verbunden. Darüber hinaus war die Einnahme von SGLT2i gegenüber OAD mit einem um 21% geringeren Risiko für Demenz aufgrund aller Ursachen (aHR 0,79; 95%-KI 0,69–0,90) und einem um 22% niedrigeren Risiko für Demenz und PK (aHR 0,78; 95 %-KI 0,73–0,83) assoziiert. Der Zusammenhang zwischen dem Einsatz von SGLT2i und dem geringeren Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wurde nicht durch das Geschlecht, den Charlson Comorbidity Index, diabetische Komplikationen, Komorbiditäten und Medikamente beeinflusst, berichten die Wissenschaftler. Sensitivitätsanalysen, bei denen weitere Variablen aus Gesundheitstests (einschließlich Blutdruck, Glukose, Lipidprofile und Nierenfunktion) berücksichtigt wurden, ergaben allgemein konsistente Ergebnisse. Fazit In dieser landesweiten bevölkerungsbasierten Studie verringerte die Einnahme von SGLT2i das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes unabhängig von verschiedenen Faktoren wie Begleiterkrankungen erheblich. (ej) Autoren: Kim HK et al. Korrespondenz: Minyoung Lee; [email protected] Studie: SGLT2 Inhibitor Use and Risk of Dementia and Parkinson Disease Among Patients With Type 2 Diabetes Quelle: Neurology 2024 Oct 22;103(8):e209805. Web: https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000209805
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