SGLT2i senken Gicht- und Herzrisiko bei Patienten mit Typ-2-Diabetes6. November 2024 © 9nong – stock.adobe.com (Symbolbild) Natrium-Glukose-Cotransporter-Typ-2-Inhibitoren (SGLT2i) sind eine effiziente Behandlung für Typ-2-Diabetes (T2D), mit Vorteilen für das Herz-Kreislauf-System, die Nieren und die Senkung der Harnsäurewerte im Serum. Forschende verglichen nun das Risiko für das Auftreten von Gicht und der Häufigkeit wiederkehrender Gichtanfälle bei T2D-Patienten, die SGLT2i oder Sulfonylharnstoffe als häufigste Zweitlinientherapie zur Senkung des Blutzuckers zusätzlich zur Metformin-Monotherapie erhielten. An der Studie nahmen Erwachsene mit T2D teil, die eine Metformin-Monotherapie und zusätzlich eine Behandlung mit SGLT2i oder Sulfonylharnstoff begannen. Primäres Outcome war die Gicht-Diagnose, sekundäre Ergebnisse gichtbedingte Krankenhausaufenthalte und Besuche in der Notaufnahme sowie schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) und die Häufigkeit des erneuten Auftretens von Gichtanfällen bei prävalenten Gichtpatienten. Unter 34.604 T2D-Patienten, die eine SGLT2i- oder Sulfonylharnstoff-Behandlung einleiteten (60% Männer; Alter 60 ±12,4 Jahre), war die Gicht-Inzidenz unter den SGLT2i-Initiatoren niedriger (4,27/1000 Personenjahre [PJ]) vs. Sulfonylharnstoff-Initiatoren (6,91/1000 PJ) mit einer HR von 0,62 (95%-KI 0,48–0,80), entsprechend einer Raten-Differenz (RD) von −2,64/1000 PJ (95%-KI −3,99 bis −1,29). Die Assoziationen blieben unabhängig von Geschlecht, Alter oder Diuretika-Einsatz zu Studienbeginn bestehen. Die Einnahme von SGLT2i war auch mit weniger wiederkehrenden Gichtanfällen assoziiert (Ratio 0,67; 95%-KI 0,55–0,82 und RD −20,9; 95%-KI −31,9 bis −10,0/1000 PJ). Die HR und RD für MACE in Verbindung mit SGLT2i lagen bei 0,87 (95%-KI 0,77–0,98) und −3,58/1000 PJ (95%-KI −6,19 bis −0,96). Fazit In dieser bevölkerungsbasierten Kohortenstudie beeinflusse der klare, mit einer SGLT2i-Gabe assoziierte Nutzen für Gicht und kardiovaskuläre Erkrankungen die Auswahl einer glukosesenkenden Therapie bei Patienten mit T2D, die ein Risiko für Gicht haben oder bereits an Gicht leiden. (je) Autoren: McCormick N et al. Korrespondenz: Natalie McCormick; [email protected] Studie: Sodium-Glucose Cotransporter-2 Inhibitors vs Sulfonylureas for Gout Prevention Among Patients With Type 2 Diabetes Receiving Metformin Quelle: JAMA Intern Med 2024;184(6):650–660. Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2024.0376
Mehr erfahren zu: "Retinitis pigmentosa: Therapie lässt blinde Menschen einfache Objekte wahrnehmen" Weiterlesen nach Anmeldung Retinitis pigmentosa: Therapie lässt blinde Menschen einfache Objekte wahrnehmen Eine Gentherapie kombiniert mit einer Spezialbrille kann Menschen mit Retinitis pigmentosa, einer schweren erblichen Netzhauterkrankung helfen, wieder einfache visuelle Eindrücke wahrzunehmen.
Mehr erfahren zu: "Wie Optogenetik in Bonn zur Netzhautforschung beiträgt" Wie Optogenetik in Bonn zur Netzhautforschung beiträgt Der Medizin-Nobelpreis würdigt in diesem Jahr die Entwicklung der Optogenetik. Auch in Bonn wird diese Methode eingesetzt, um menschliche Netzhautzellen zu erforschen und neue Ansätze für die Behandlung degenerativer Netzhauterkrankungen […]
Mehr erfahren zu: "Medizin-Nobelpreis geht an zwei Deutsche und einen US-Forscher" Medizin-Nobelpreis geht an zwei Deutsche und einen US-Forscher Für ihre Forschung zur gezielten Veränderung von Zellen erhalten ein Berliner und ein Würzburger Forscher sowie ein US-Amerikaner den diesjährigen Nobelpreis für Medizin/Physiologie.