Shampoo-ähnliches Gel könnte zu Haarerhalt unter Chemotherapie beitragen3. September 2025 Bild: ©Prostock-studio – stock.adobe.com Forscher der Michigan State University (MSU) haben ein Shampoo-ähnliches Gel entwickelt, das in Tierversuchen getestet wurde und Haarausfall während einer Chemotherapie verhindern könnte. Kahlheit durch Chemotherapie-induzierte Alopezie verursacht oft persönliche, soziale und berufliche Ängste. Derzeit gibt es nur wenige Lösungen – die einzigen zugelassenen sind Kühlkappen, die auf dem Kopf getragen werden, aber teuer sind und laut MSU selbst Nebenwirkungen haben. Dr. Bryan Smith ist außerordentlicher Professor an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und am Institut für Qualitative Gesundheitswissenschaften und Ingenieurwesen der MSU. Er hat ein Gel mit der Konsistenz eines Shampoos entwickelt, das − wie er hofft − das Haar der Patienten während der gesamten Behandlung schützen soll. Bessere Lösungen sind gefragt „Dies ist ein Bedarf auf der persönlichen Seite der Krebsbehandlung, den ich als Ingenieur erst vollständig erkannte, als ich begann, Onkologen und ehemalige Krebspatienten dazu zu befragen“, so Smith. „Als ich das verstand, wurde mir klar, wie wichtig bessere Lösungen für die Lebensqualität vieler Krebspatienten sind.“ Es folgte ein Prozess mit Bedarfsermittlung, Identifizierung möglicher Lösungen, Entwicklung eines ersten Prototyps sowie dessen Verfeinerung und Erprobung. All das führte zur Entwicklung eines Gels, das in einem neuen Artikel in „Biomaterials Advances“ beschrieben wird. Hydrogel gibt Lidocain respektive Adrenolon an die Kopfhaut ab Das Gel ist ein Hydrogel, das viel Wasser absorbiert und den Wirkstoff langanhaltend an die Kopfhaut des Patienten abgibt. Es wird vor Beginn der Chemotherapie auf die Kopfhaut des Patienten aufgetragen und so lange auf dem Kopf belassen, wie sich die Chemotherapeutika im Körper befinden – oder bis es leicht abgewaschen werden kann. Bild: ©Michigan State University Während einer Chemotherapie zirkulieren die Zytostatika im Körper. Erreichen sie die Blutgefäße rund um die Haarfollikel auf der Kopfhaut, töten oder schädigen sie die Follikel, wodurch sich das Haar löst und ausfällt. Das neue Gel enthält die Wirkstoffe Lidocain bzw. Adrenolon − beide wurden getestet. Es verhindert, dass ein Großteil der Chemotherapeutika die Haarfollikel erreicht, indem es die Durchblutung der Kopfhaut einschränkt. Die drastische Reduzierung der Substanzen, die in den Follikel gelangen, trägt zum Schutz des Haares bei und verhindert Haarausfall. Konsistenz ändert sich mit der Temperatur Um die praktische Anwendung dieses „Shampoos“ zu unterstützen, ist das Gel temperaturempfindlich. So ist es bei Körpertemperatur ist es dickflüssiger und haftet an Haar und Kopfhaut des Patienten. Bei etwas kühleren Temperaturen wird es dünnflüssiger und lässt sich leicht abwaschen. Smith und sein Team hoffen auf staatliche und/oder Risikokapitalfinanzierung, um diese Forschung in klinische Studien und schließlich an Patienten weiterzuentwickeln. „Die Forschung hat das Potenzial, vielen Menschen zu helfen“, sagte Smith. „Alle Einzelkomponenten sind bewährte, sichere Materialien, aber ohne die Unterstützung durch erhebliche finanzielle Mittel können wir keine Folgestudien und klinische Studien am Menschen durchführen.“
Mehr erfahren zu: "Nephrektomie beim cT1-Nierenzellkarzinom: Prädiktoren für Erhöhung des Tumorstadiums identifiziert" Weiterlesen nach Anmeldung Nephrektomie beim cT1-Nierenzellkarzinom: Prädiktoren für Erhöhung des Tumorstadiums identifiziert Neun bestimmte Variablen können Prädiktoren für eine postoperative Erhöhung des Tumorstadiums (pathological upstaging) des cT1-Nierenzellkarzinoms sein, so eine neue Studie aus China.
Mehr erfahren zu: "Risikobewertung bei HPV-bedingtem Oropharynxkarzinom" Weiterlesen nach Anmeldung Risikobewertung bei HPV-bedingtem Oropharynxkarzinom Eine aktuelle US-amerikanische Studie zeigt, wie zirkulierende tumorassoziierte DNA (ctDNA) personalisierte Behandlungsstrategien bei HPV-bedingtem Oropharynxkarzinom unterstützen könnte.
Mehr erfahren zu: "Glioblastome beeinflussen das Gehirn stärker als gedacht" Glioblastome beeinflussen das Gehirn stärker als gedacht Eine Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität zeigt, dass ein Glioblastom ganze Netzwerke des Gehirns beeinträchtigt. Das gibt Informationen über die Überlebenschance.