Sieben Herzen in acht Tagen transplantiert26. April 2024 Das Team vom HDZ NRW mit fünf der sieben transplantierten Patienten. Foto: ©HDZ NRW Eine solche Transplantationsserie hat das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen seit Bestehen noch nicht erlebt. Die Chefärzte loben den Zusammenhalt, das Können und die Einsatzbereitschaft aller Beteiligten. Innerhalb von acht Tagen sieben Herzen zu transplantieren, damit haben auch die erfahrensten Experten am HDZ NRW, dem größten Herztransplantationszentrum in Deutschland, nicht gerechnet. „In einer Zeit, in der unsere Patienten dringender denn je auf ein passendes Spenderorgan warten müssen, ist das eine absolute Seltenheit“, sagt Prof. Jan Gummert, Ärztlicher Direktor in Bad Oeynhausen und Klinikdirektor der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. Rund 80 Herztransplantationen jährlich werden hier durchgeführt. Davon etwa vier bis acht Herztransplantationen pro Jahr betreffen Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 16 Jahren, die Prof. Univ. (assoc.) Dr. Eugen Sandica, Direktor der Klinik für Kinderherzchirurgie und angeborene Herzfehler, und sein Team operieren. Transplant-Koordinator Artur Rajtor kann sich nur zu gut an den Beginn der Operationsserie in diesem Frühjahr erinnern: „Es war ein Montag. Der Anruf von Eurotransplant kam in der frühen Nacht“. Die erste Transplantatempfängerin (59) hat nur wenige Stunden später ein Spenderherz erhalten. In den Tagen darauf wurden drei weitere Patienten im Alter von 45, 63 und 55 Jahren erfolgreich transplantiert, wobei der 63-Jährige aus Rostock die weiteste Anreise hatte. Er lebte bereits seit fast sechs Jahren mit einem künstlichen Herzunterstützungssystem. „Was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier leisten, ist einfach ein unglaubliches, hochprofessionelles Teamwork. Herztransplantationen in dieser Taktung zu realisieren, ist eine immens anspruchsvolle Aufgabe für sämtliche Fachabteilungen auf vielen verschiedenen Ebenen. Sie erfordert eine hohe Bereitschaft, andere Belange hier der akuten Lebensrettung unterzuordnen, die OP-Planung anzupassen, Arbeitsabläufe und -zeiten flexibel anzupassen, damit alle Rädchen perfekt ineinander greifen und die Transplantation möglich wird. Und sie geht weiter bis lange Zeit nach der Transplantation mit sehr sorgfältiger und regelmäßiger medizinischer Nachsorge. Das ist in dieser Form sicherlich einmalig im HDZ NRW.“ Herzchirurg Andreas Godo hat die meisten der sieben Spenderherzen in auswärtigen Kliniken entnommen und sicher ins HDZ transportiert. Seine Kollegen Kanstantsin Lazouski und Georges El Hachem übernahmen weitere Entnahmen und Fahrten. Im OP-Saal wechselten sich die Teams der Oberärzte René Schramm und Sabine Bleiziffer mit Sandica und den Kinderherzspezialisten ab, um auch einen 49-jährigen Patienten sowie eine 15-jährige und eine erst zweijährige Patientin erfolgreich zu transplantieren. Das HDZ NRW betont: Nur große Zentren mit entsprechendem erfahrenen Fachpersonal können sicherstellen, dass die wenigen zur Verfügung stehenden Spenderorgane auch dann nicht verloren gehen, wenn mehrere Transplantationen gleichzeitig oder in Serie realisiert werden müssen. Nicht immer gelinge das, auch das müsse erwähnt werden. „Natürlich kommt es auch vor, dass wir Organangebote wegen fehlender Eignung ablehnen müssen und die Hoffnung unserer Patienten auf eine zeitige Transplantation zerplatzt. Leider können wir manchmal auch mit einer erfolgten Herztransplantation oder während einer sehr langen Wartezeit nicht allen Schwerkranken dauerhaft helfen“, sagt Professor Gummert. „Aber in diesem Fall haben sieben Menschen eine neue Lebensperspektive erhalten und gute Aussichten, noch viele Jahre mit Spenderherz zu genießen. Das ist die schönste Bestätigung für unsere Arbeit.“
Mehr erfahren zu: "Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung?" Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts aktueller Zahlen zu viele Fehltage wegen Krankheit kritisiert. Seine Partei stellt insbesondere die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, infrage.
Mehr erfahren zu: "Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen" Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) befürchtet, dass mit der jetzigen Ausgestaltung der Hybrid(H)-DRGs das angestrebte Ziel der Ambulantisierung nicht erreicht werden kann. Er fordert daher eine sachgerechte Refinanzierung vor […]
Mehr erfahren zu: "Extreme Tierarten als Schlüssel für Erkrankungen des Menschen" Extreme Tierarten als Schlüssel für Erkrankungen des Menschen Zahlreiche Tiere leben in extremen Umgebungen und haben ihren Stoffwechsel entsprechend angepasst. Wissenschaftler zeigen nun, dass sich aus diesem Wissen Lösungen entwickeln lassen könnten, die gegen Erkrankungen beim Menschen helfen. […]