Sonder-Hochschulvertrag: Förderung zweier neuer Forschungsprojekte am HDZ NRW10. März 2023 Forschungsförderung der Ruhr-Universität Bochum für innovative Projekte am HDZ NRW: (v.l.) Volker Rudolph, Anna Klinke, Verena Hugenberg und Wolfgang Burchert. Foto: Tobias Pieper/HDZ NRW Zwei neue Forschungsvorhaben aus dem Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, haben jetzt über die Ruhr-Universität Bochum im Rahmen des Sonder-Hochschulvertrags Zusagen für Fördermittel erhalten. Zur strukturellen Weiterentwicklung der Universitätsmedizin hat das Land Nordrhein-Westfalen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) mit dem Sonder-Hochschulvertrag Forschungsmittel für innovative Forschungsansätze an den RUB-Kliniken in Aussicht gestellt, welche die Verzahnung von Grundlagenforschung und Kliniken weiter vorantreiben und die Fortschritte der Digitalisierung nutzen. Zwei Projekte aus dem Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, haben jetzt erste Zusagen für Fördermittel in Höhe von jeweils 150.000 Euro erhalten. Diese sind innerhalb des RUB-Programms „InnovationsFORUM“ am HDZ NRW angesiedelt in der Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie und Angiologie unter der Leitung von Prof. Volker Rudolph sowie im Institut für Radiologie, Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung unter der Leitung von Prof. Wolfgang Burchert. Aufklärung der Ursachen einer Rechtsherzinsuffizienz PD Dr. Anna Klinke wird mit ihren Arbeitsgruppen am Agnes-Wittenborg-Institut für translationale Herz-Kreislaufforschung des HDZ NRW in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Systemphysiologie der RUB unter Leitung von Prof. Daniela Wenzel Mechanismen untersuchen, die an der Entstehung von Funktionsstörungen des rechten Herzens beteiligt sind. Ziel des kardiovaskulären Forschungsprojektes ist es, die einer Rechtsherzinsuffizienz zugrunde liegenden Ursachen besser als bisher zu verstehen, um daraus spezifische diagnostische und therapeutische Ansätze entwickeln zu können. „Verschiedene Arbeitsgruppen arbeiten hier in Labor und Klinik eng zusammen, um ihre besondere Expertise bei funktionellen und mechanistischen Untersuchungen sowohl im Tiermodell als auch bei Patienten einzubinden“, erläutert die Institutsleiterin, die mit dem Vorhaben auch den wissenschaftlichen Nachwuchs involviert. Unter anderem sollen dabei sowohl Herz- und Lungengefäßfunktion als auch pathologische Veränderungen im rechtsventrikulären Gewebe von Patientinnen und Patienten mit Rechtsherzfehlfunktion bei Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion untersucht werden. „Dank der Mittelzusage werden weitere naturwissenschaftliche Promotionsförderungen am HDZ NRW ermöglicht.“ Bildgebung: Schädliches Bindegewebe im Herz PD Dr. Verena Hugenberg untersucht Veränderungen in Fibroblasten im Herzmuskel, die bei Herzerkrankungen sehr häufig auftreten. Das fibrotische Remodeling des Herzens entsteht durch kardiale Volumen- und Druckbelastungen, die zu einem mechanischen Stress führen. Die fibrotischen Veränderungen begünstigen eine Versteifung des Herzmuskels (Myokard), wodurch weitere krankhafte Veränderungen im Herzen begünstigt und/oder beschleunigt werden können. Mit neuartigen radioaktiv markierten Substanzen, sogenannten PET-Tracern, ist es nun möglich, diese Fibroblasten-Aktivität mittels PET/CT darzustellen. „Die Gewinnung von Informationen über das Ausmaß einer Fibrose und darüber, ob ein Prozess gestoppt wurde oder immer noch aktiv stattfindet, ist für die Therapieentscheidung von großer Bedeutung“, sagt Hugenberg. „So kann zum Beispiel eine Aortenklappenstenose zu einer Myokardfibrose im linken Ventrikel führen, was wiederum den Erfolg einer Transkatheter-Aortenklappenimplantation einschränken kann.“ Ziel des Forschungsvorhabens ist es daher, bei betroffenen Patienten mittels moderner PET/CT-Bildgebung neue Erkenntnisse über die Fibrose-Aktivität vor und nach einer Aortenklappenimplantation zu gewinnen. Die Forschungsmittel werden vornehmlich für die Anschaffung eines neuen Synthesemoduls verwendet, auf der ein dazu notwendiger, spezieller Radiotracer (68Ga]Ga-FAPI-46) hergestellt werden soll.
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