Sondererhebung in der Corona-Krise: Medizinklimaindex fällt auf -25,129. Mai 2020 Foto: © thodonal/Adobe Stock Der Medizinklimaindex (MKI), der seit zwei Jahren nur knapp im negativen Bereich lag, stürzte in Folge der Krise auf einen Wert von -25,1. Der Index bildet die wirtschaftliche Lage und Erwartung der Mediziner in Deutschland ab. Die Stiftung Gesundheit hat erstmals in der Geschichte des MKI eine Sondererhebung außerhalb des üblichen halbjährlichen Taktes vorgenommen, um die Auswirkungen der Pandemie abzubilden. Zweittiefster Stand seit 2006 „Einen stärkeren Rückgang hat es in der Geschichte des MKI noch nicht gegeben“, berichtet Prof. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit. „Der Index, der im Februar noch knapp unter null lag, ist innerhalb von drei Monaten um 22,8 Punkte gefallen.“ Das entspricht dem zweittiefsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006. Entwicklung des Medizinklimaindex im 10-Jahres-Durchschnitt Die Corona-Krise zeigt deutlich ihre Auswirkungen: In der Rückschau auf die vergangenen zehn Jahre liegt der MKI aktuell weit unterhalb des Durchschnitts von -4,1 für diesen Zeitraum. Branchenvergleich: Medizinmarkt am wenigsten betroffen Im Vergleich zu den ifo-Geschäftsklimata anderer Branchen hat der Medizinmarkt die ersten drei Monate der Krise noch verhältnismäßig gut überstanden. In allen anderen Branchen sanken die Werte deutlich stärker: sowohl im Bauhauptgewerbe (-25,1) als auch im Handel (-31,5), im Verarbeitenden Gewerbe (-35,1) und im Dienstleistungssektor (-38,3). Der MKI liegt derzeit im Mittelfeld der Geschäftsklimata – im Februar war er noch Schlusslicht gewesen. Veränderungen der Branchen-Geschäftsklimata im Zeitraum Februar bis Mai 2020 Jetzt zeigt der Medizinmarkt im Vergleich zu den anderen ifo-Geschäftsklimata den geringsten Rückgang auf. Im Februar 2020 bildete er noch das Schlusslicht im Branchenvergleich. Psychologische Psychotherapeuten sind weiterhin optimistisch Innerhalb der Fachgruppen ergibt sich folgendes Stimmungsbild: Die Indices der Fachärzte (-30,2), Hausärzte (-28,4) und Zahnärzte (-32,2) sind seit Februar stark gesunken und liegen weit im negativen Bereich. Der Index der Psychologischen Psychotherapeuten hat ebenfalls deutlich an Wert verloren (-22,4), liegt aber noch immer im positiven Bereich (+3,6).
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