SpiFa: “Deutschland schneidet bei Facharzt-Wartezeiten gut ab”29. Juni 2020 Lange Wartezeiten auf Facharzt-Termine? Für Lars Lindemann nur eine “Luxusdebatte”. Foto: Andreas Schoelzel Mit der neuen Studie des RWI ist “das immer wiederkehrende Thema der Wartezeiten auf ambulante Arzttermine”, so der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) in einer aktuellen Mitteilung, wieder ins Rampenlicht getreten. Der SpiFa hält mit einer OECD-Studie dagegen. Die Fachärzte haben immer wieder bestritten, dass es überhaupt einen Unterschied in der Berücksichtigung von gesetzlich und privat versicherten Patienten gibt. Dies ist seit der RWI-Studie nur noch schwerlich möglich. Laut der Studie boten die Praxen den Privatversicherten mit einer statistisch signifikant höheren Wahrscheinlichkeit einen Termin an. Wenn ein Termin angeboten wurde, mussten gesetzlich Versicherte im Durchschnitt mehr als doppelt so lang darauf warten wie Privatpatienten (wir berichteten). Allerdings steht Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern offenbar noch gut da. Darauf weist der SpiFa in einer aktuellen Mitteilung hin, in der er eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) anführt. Die Erhebung mit dem Titel „Waiting Times for Health Services: Next in Line” ergab, dass in Deutschland 75 Prozent der Befragten innerhalb eines Monats einen Termin beim Facharzt erhielten, nur drei Prozent mussten mehr als zwei Monate warten. Deutschland weise damit zusammen mit der Schweiz und den Niederlanden die kürzesten Wartezeiten auf, betont der SpiFa. In Schweden, Norwegen und Kanada gaben laut der OECD-Studie mehr als 50 Prozent der Befragten an, einen Monat oder länger auf einen Termin zu warten. Neuseeland liegt mit 48 Prozent knapp darunter. „Damit wird klar, dass in Deutschland ein zeitgerechter Zugang zu notwendiger Versorgung für jeden Patienten nicht nur gewährleistet ist, sondern schneller möglich ist als in den allermeisten Systemen im OECD-Raum”, kommentiert Lars F. Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa in Berlin. “Fortgesetzte Forderungen an die Ärzteschaft in Deutschland nach noch schnelleren Terminen, zudem beim Wunscharzt, sollten damit auch als das erkennbar sein, was sie sind, reine Luxusdebatten“, ergänzt er. Mit Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) seien zudem Lösungsansätze zur weiteren Verkürzung der Wartezeiten gefunden worden. Lindemann nennt “zum Beispiel die Verpflichtung der grundversorgenden Fachärzte zu mindestens fünf offenen Sprechstunden in der Woche“ – eine Regelung, welche die Fachärzte ursprünglich vehement bekämpft hatten. (ms)
Mehr erfahren zu: "Prostatakrebs: Multimodaler Therapieansatz in Phase-II-Studie erfolgreich getestet" Weiterlesen nach Anmeldung Prostatakrebs: Multimodaler Therapieansatz in Phase-II-Studie erfolgreich getestet Um die Entwicklung von Medikamenten gegen Prostatakrebs (PCa) und die Identifizierung vielversprechender Therapien zu beschleunigen, haben US-Mediziner ein Rahmenkonzept für einen multimodalen Therapieansatz (MMT) entwickelt, der intermediäre Wirksamkeitsendpunkte der Behandlung […]
Mehr erfahren zu: "Rahmenbedingungen für Organspende in Deutschland: Bündnis ProTransplant reicht Verfassungsbeschwerde ein" Rahmenbedingungen für Organspende in Deutschland: Bündnis ProTransplant reicht Verfassungsbeschwerde ein Anlässlich des diesjährigen Tages der Organspende (6. Juni) werben Organisationen und Ländervertreter erneut für die Widerspruchslösung und unterstreichen den anhaltenden Mangel an Spenderorganen in Deutschland. Das Bündnis ProTransplant zieht wegen […]
Mehr erfahren zu: "Wie der Klimawandel das Reisen in Europa verändert" Wie der Klimawandel das Reisen in Europa verändert Tropische Infektionserreger in Europa, ein sich rasch verändernder Alpenraum, eine fortschreitende Erwärmung der Ostsee: Der Klimawandel verändert den europäischen Kontinent.