SpiFa startet Kampagne zur Vergütung gestiegener Hygienekosten16. August 2021 Foto: ©upixa – stock.adobe.com Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) startet mit seinen Mitgliedsverbänden eine Kampagne und will Patientinnen und Patienten über die fehlende Bereitschaft der Krankenkassen informieren, Hygienekosten zu vergüten. Die Kosten für eine qualitätsgesicherte und validierte Aufbereitung von medizinischen Geräten sind dem SpiFa zufolge in den letzten Jahren erheblich angestiegen und könnten aus den von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlten Beträgen nicht mehr gedeckt werden. Zuletzt hatten die gesetzlichen Krankenkassen für alle Praxen rund 98 Millionen Euro mehr an Vergütung zur Verfügung gestellt. Bei rund 102.000 Praxen in Deutschland ergibt dies eine jährlich zusätzliche Vergütung in Höhe von rund 960 Euro/Jahr. „Hygiene wird nicht nur in einer Pandemie gebraucht, sie ist essenzieller Bestandteil der medizinischen Versorgung der Menschen in Deutschland. Die Fachärztinnen und Fachärzte sind seit mehreren Jahren mit immer höheren Hygiene-Aufwendungen in der Versorgung konfrontiert, welche nicht mehr adäquat in der Leistungsvergütung abgebildet werden. Wir können dies so nicht mehr hinnehmen und leisten; daher fordern wir die gesetzlichen Krankenkassen auf, mit sachlich fundierten Vorschlägen an den Verhandlungstisch zurückzukehren”, erklärte Dr. Axel Schroeder, Vorstandsmitglied im SpiFa und Präsident des Berufsverbandes der deutschen Urologen (BvDU) zum Start der sogenannten Hygienekampagne des SpiFa und seiner 34 angeschlossenen Mitgliedsverbände. Seit dem 16. August wollen der SpiFa und die Mitgliedsverbände des SpiFa in abgestimmten und konzertierten Aktionen über acht Wochen bundesweit auf die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen zugehen und in den Dialog über gestiegene Aufwendungen und die Nicht-Übernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen thematisieren, als auch bestimmte Leistungen nicht mehr im gewohnten Ausmaß anbieten oder nicht durchführen. Die Versicherten sollen dabei um Unterstützung gegenüber ihrer Krankenkasse aufgefordert werden. Letztendlich gelte es, das Patientenwohl in Sachen Hygiene und Infektionsschutz zu sichern, so der SpiFa.
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