Sportler überstehen Hodenkrebs27. September 2022 Hodenkrebs, künstlerische Darstellung. Grafik: Crystal light – stock.adobe.com Nach vier Bundesliga-Fußballern hat mit dem ehemaligen norwegischen Ski-Star Aksel Lund Svindal ein weiterer Sportler seine Hodenkrebs-Erkrankung öffentlich gemacht. Er habe eine Veränderung in seinem Körper gespürt, sei sich aber nicht sicher gewesen, was es sei, oder ob es überhaupt etwas sei, schrieb der 39-Jährige am Samstag auf Instagram. «Aber ich habe mich entschieden, es überprüfen zu lassen. Ich suchte einen Arzt auf und wurde schnell ins Krankenhaus gebracht, wo der Verdacht des Arztes bestätigt wurde. Hodenkrebs», berichtete der zweimalige Alpin-Olympiasieger. Bei Svindal waren Tests, Scans und die Operation seien sehr schnell gegangen. «Und schon nach der ersten Woche wusste ich, dass die Prognosen sehr gut aussahen», schrieb Svindal. Das alles habe er der ersten Entscheidung zu verdanken, gleich nach seinem Verdacht zum Arzt zu gehen. Er sei «sehr dankbar für das öffentliche Gesundheitssystem in Norwegen». Über weitere Behandlungen oder eine Rehabilitation machte Svindal keine Angaben. Der Norweger hatte 2019 mit Silber in der Abfahrt bei den Weltmeisterschaften im schwedischen Are seine Laufbahn beendet. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver hatte Svindal Gold im Super-G gewonnen, acht später im südkoreanischen Pyeongchang in der Abfahrt. Zudem war der Speed-Spezialist fünfmal Weltmeister und gewann zweimal den Gesamt-Weltcup. Hertha-Fußballer Boetius erfolgreich operiert Zuletzt waren in der Fußball-Bundesliga vier Spieler an Hodenkrebs erkrankt. Am 20.09.2022 wurde bei Jean-Paul Boetius von Hertha BSC ein Tumor am Hoden diagnostiziert. Der Profi war am 23.09. operiert worden. Er hat seine Operation nach eigenen Angaben gut überstanden. «Die OP ist durch und ist gut verlaufen», schrieb der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler des Berliner Fußball-Bundesligisten bei Instagram. Dazu stellte er ein Foto von sich im Krankenbett. Boetius lächelt und formt mit beiden Händen das Victoryzeichen. «Vielen Dank für die herzerwärmenden und aufbauenden Worte», schrieb er und bedankte sich bei seinem Verein und dem medizinischen Team für die Hilfe. Die Hertha hatte die Diagnose des Hodentumors am 22.09. mitgeteilt. «So bitter diese Nachricht im ersten Moment auch ist, wir sind voller Hoffnung und Zuversicht, dass Jean-Paul wieder gesund wird und schnellstmöglich in unseren Kreis zurückkehrt», hatte Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic laut Mitteilung gesagt. «Bis zu seiner Rückkehr bekommt er von uns jede erdenkliche Unterstützung.» Der Berliner Neuzugang Boetius ist in der Bundesliga in der jüngeren Vergangenheit der vierte bekannte Fall mit dieser Diagnose. Zuvor hatte dies Timo Baumgartl vom 1. FC Union Berlin, Marco Richter (Hertha) und Sebastien Haller von Borussia Dortmund betroffen. Baumgartl und Richter haben bereits wieder ihr Comeback auf dem Platz gefeiert. Experten-Angaben zufolge haben Lebensstilfaktoren oder bestimmte Sportarten keinen Einfluss auf die Entstehung von Hodenkrebs. (dpa/ms)
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