Stadtkinder, Landkinder und das Risiko für entzündliche Darmerkrankungen7. November 2017 Foto: © Thomas Reimer – fotolia.com Menschen, die in einer ländlichen Umgebung leben, besitzen ein geringeres Risiko für das Entstehen einer entzündlichen Darmerkrankung. Das hat eine kanadische Arbeitsgruppe in einer aktuellen Untersuchung bestätigt. Dabei ist der Zusammenhang zwischen den beiden Faktoren bei kleinen Kindern und Heranwachsenden am stärksten sowie bei Kindern, die schon sehr früh im Leben Kontakt zum Landleben haben. Mithilfe von gesundheitsbezogenen Verwaltungsdaten stellten die Studienautoren bevölkerungsbasierte Kohorten aus 4 kanadischen Provinzen zusammen. Ob die in die Studie aufgenommenen Personen auf dem Land oder in der Stadt lebten, wurde anhand der Postleitzahlen ermittelt. Daran ließen sich die Bevölkerungsdichte im jeweiligen Gebiet und die Entfernung zu Metropolregionen erkennen. Anhand von validierten Algorithmen identifizierten die Wissenschaftler dann aller neu auftretenden Fälle einer entzündlichen Darmerkrankung in Alberta (Zeitraum 1999–2008), Manitoba und Ontario (1999–2010) sowie Nova Scotia (2000–2008). Die Wissenschaftler bestimmten dann die geschlechts-standardisierte Inzidenz (pro 100.000 Patientenjahre) sowie das Inzidenzraten-Verhältnis (IRR) mittels Poission-Regression. In eine Geburtenkohorte wurden zudem Kinder aufgenommen, von denen seit Geburt vollständige verwaltungstechnische Daten vorlagen (Alberta: 1999–2008, Manitoba und Ontario: 1999–2010, Nova Scotia: 2000–2008). Auch hier wurden geschlechts-standardisierte Inzidenz und Inzidenzraten-Verhältnis bestimmt. Das IRR wurde für Personen berechnet, die in jeweils den ersten 5 Lebensjahren dauerhaft in einer ländlichen bzw. urbanen Umgebung gelebt hatten. Die Studienautoren analysierten die Daten von 6662 Land- und von 38.905 Stadtbewohnern mit entzündlicher Darmerkrankung. Die Inzidenz entzündlicher Darmerkrankungen pro 100.000 Patientenjahre lag bei 33,16 (95%-Konfidenzintervall [KI] 27,24–39,08) bei Stadtbewohnern und bei 30,72 (95%-KI 23,81–37,64) bei Landbewohnern (IRR 0,90; 95%-KI 0,81–0,99). Der protektive Zusammenhang, wie es die Studienautoren bezeichnen, war am stärksten bei Kindern unter 10 Jahren (IRR 0,58; 95%-KI 0,43–0,73) und im Alter zwischen 10 und 17,9 Jahren (IRR 0,72; 95%-KI 0,64–0,81). In der Geburtenkohorte (331 Land-, 2302 Stadtbewohner) war ein Wohnort auf dem Land in den ersten 5 Lebensjahren mit einem geringeren Risiko für entzündliche Darmerkrankungen assoziiert (IRR 0,75–0,78).
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