Stärkere Aktivierung des späten Komplementwegs bei BPH mit abundanter Fibrose

Histologie einer Benignen Prostata-Hyperplasie (Symbolbild). Foto: Dr_Microbe – stock.adobe.com

Um die Veränderungen im aktivierten Komplementweg im fibrösen Prozess der benignen Prostatahyperplasie (BPH) aufzuklären, haben japanische Urologen die Korrelation zwischen der Komplementkomponentenexpression und histologischen Fibrose­typen anhand von menschlichem BPH-Gewebe analysiert.

Die Arbeitsgruppe um Junya Hata von der Fukushima Medical University ging aus von 56 Patienten mit histologisch nachgewiesener BPH, die sich in ihrer Einrichtung einer Prostatanadelbiopsie unterzogen hatten (Durchschnittsalter 68,6 ± 6,5 Jahre). Die Autoren teilten die Patienten in 2 histologische Gruppen auf – fibromuskulär und fibrös – und verglichen diese bezüglich der Komplementkomponenten. Die Forscher untersuchten die Infiltration entzündlicher Zellen in BPH-Gewebe durch immunhistochemische CD45-Färbung. Sie analysierten die Komplementexpression unter Verwendung von C3-, Faktor-B- und C5b-9-Antikörpern. Schließlich berechneten sie das Belegungsverhältnis (occupancy ratio) der gefärbten Region. Darüber hinaus bewerteten sie die Korrelationen zwischen den beiden histologischen Fibrosierungsarten und Patientenangaben in Fragebögen zu Symptomen des unteren Harntrakts.

Es wurden 27 (48,2%) bzw. 29 (51,8%) Fälle der fibromuskulären bzw. der fibrösen Gruppe zugeteilt. Der Anteil CD45-positiver Zellen im BPH-Gewebe war in der fibromuskulären Gruppe signifikant höher. In der Komplementkomponentenanalyse unterschied sich Faktor B nicht signifikant zwischen den Gruppen. Anders war das bei C3: Hier ließen sich in der fibromuskulären Gruppe mit 10,7 ± 8,2 % geringere Werte messen als in der fibrösen Gruppe mit 16,4 ± 12,7 %. Gleiches gilt für C5b-9: Hier waren es in der fibromuskulären Gruppe 15,9 ± 6,2 % und in der fibrösen Gruppe 17,6 ± 9,2 %. Für beide Komplementkomponenten waren die Unterschiede signifikant (je p=0,04). Der Subscore Q5 des International Prostate Symptom Score, der einen langsamen Harnstrahl anzeigt, war in der fibrösen Gruppe signifikant höher (p=0,04).

„Bei fibröser BPH mit abundanter Fibrose war im Vergleich zur fibromuskulären BPH neben dem alternativen Signalweg auch der späte Komplementweg aktiviert“, schließen die Wissenschaftler. „Diese Ergebnisse legen nahe, dass der alternative und der späte Komplementweg am histologischen Fibrosierungsprozess der BPH beteiligt sind.“

(ms)