Stark-Watzinger: „Auch Forschungspolitik braucht mehr Herz“9. August 2023 Bildquelle: ©Deutsche Herzstiftung Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger beim Besuch der Deutschen Herzstiftung: Forschung ist ein „entscheidender Treiber“ für bessere medizinische Versorgung herzkranker Menschen. Unabhängige Institutionen wie die Herzstiftung seien „wichtige Säulen“ für Deutschlands Forschung. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch immer die häufigste Todesursache in Deutschland. Mit über 340.000 Verstorbenen im Jahr 2021 sind sie die Ursache für ein Drittel (33 %) aller Sterbefälle. Neben der Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit durch Prävention sind Früherkennung und Therapie weitere wichtige Maßnahmen, kardiovaskuläre Erkrankungen zurückzudrängen. Welche Rolle spielt aktuell und in Zukunft die Forschung, wenn es darum geht, die Krankheitslast und Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland einzudämmen und die Versorgung Millionen herzkranker Patientinnen und Patienten zu verbessern? Und wie kann die Deutsche Herzstiftung als Forschungsförderinstitution die Politik in Wissenschaft und Forschung im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstützen? Über diese und viele weitere Fragen tauschte sich die Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger MdB (FDP) beim Besuch der Deutschen Herzstiftung in der Frankfurter Geschäftsstelle mit der Vorsitzenden des Kuratoriums Silke Lautenschläger, Staatsministerin a. D., und dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Thomas Voigtländer aus. „Exzellente, patientennahe Forschung ist ein entscheidender Treiber für eine bessere medizinische Versorgung herzkranker Menschen“, erklärte Stark-Watzinger bei ihrem Besuch. Dazu brauche es Impulsgeber auch aus nichtstaatlichen Organisationen wie zum Beispiel die Herzstiftung. „Die kontinuierliche Weiterentwicklung medizinischer Verfahren in Diagnose, Therapie und Nachsorge ermöglicht es, Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitiger zu erkennen und bestmöglich zu behandeln – und letztlich auch nachhaltig zu verhindern“, so Stark-Watzinger. Enger Austausch mit der Politik für bessere Versorgung von Herzpatienten Als größte Patientenorganisation auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit über 100.000 Mitgliedern ist die Deutsche Herzstiftung Anlaufstelle Nummer eins für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie deren Angehörige. Mit der von ihr 1988 gegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung ist sie zudem wichtige Förderinstanz auf diesem Gebiet: Allein im Jahr 2022 stellte sie ein Fördervolumen von 5,17 Millionen Euro zur Verfügung. „Für die Deutsche Herzstiftung ist der Besuch der Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger eine große Ehre“, sagte Voigtländer zur Begrüßung der Bundesministerin. „Verbesserungen für die Versorgungssituation von herzkranken Menschen sind notwendig. Dafür treten wir als Patientenorganisation und Forschungsinstitution in engen Austausch mit der Politik und bieten an, unter anderem bei Fragen zur Förderung von Grundlagen- und klinischer Forschung in der Herzmedizin zur Verfügung zu stehen. Das Gleiche gilt auch bei Bildungsthemen wie Laienreanimation oder Prävention an Schulen.“ Stärkung nationaler Herz-Kreislauf-Initiative Für ein gemeinsames strategisches Vorgehen im Bündnis steht die Nationale Herz-Allianz (NHA) mit dem Ziel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen mehr in den Fokus der Wahrnehmung der Bevölkerung und der strategischen Planungen der Politik zu bringen. „Wir machen uns in diesem Bündnis für mehr Vernetzung auf nationaler und europäischer Ebene stark und für konzertierte, weil so wirksamere Aktivitäten zur Eindämmung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, betonte Gastgeberin Lautenschläger bei der Vorstellung der NHA. Enormen Bedarf für eine nationale Herz-Strategie sehe man, so Lautenschläger, angesichts der hohen Krankheitslast durch Herzkrankheiten mit über 1,5 Millionen Krankenhauseinweisungen pro Jahr, in der Früherkennung und Prävention. Potenziale sehe man u. a. in der personalisierten Präventionsmedizin etwa mit Hilfe digitaler Technologie wie Künstlicher Intelligenz (KI) und in der Stärkung der kardiovaskulären Forschung. Unabhängige Patientenorganisationen wie die Deutsche Herzstiftung seien für eine Stärkung der Patientenorientierung und als Stimme der Herzpatienten in einer solchen nationalen Herz-Kreislauf-Initiative unverzichtbar, so Stark-Watzinger. Zudem seien sie als Förderinstanzen in der Herz-Kreislauf-Forschung in Deutschland „wichtige Säulen“. Abschließend plädierte die Bundesforschungsministerin für einen noch stärkeren Fokus in der Politik auf das Zentralorgan Herz: „Auch Forschungspolitik braucht mehr Herz.“
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