Start der Impfung: DGI ermutigt medizinisches Personal, Impfung wahrzunehmen4. Januar 2021 ©Blue Planet Studio – Adobe Stock Unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen beginnen in Deutschland die Impfungen gegen das SARS-CoV-2-Virus. Medizinisches Personal sowie Pflegekräfte in Alten- und Seniorenheimen erhalten – abgestuft nach Expositionsrisiko und Nähe zu vulnerablen Patientengruppen – die Impfung prioritär. Für sie steht deshalb jetzt die Entscheidung bezüglich der Impfung an. Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e. V. (DGI) möchte medizinisches Personal und Pflegekräfte dazu ermutigen, von der frühen Möglichkeit der Impfung Gebrauch zu machen, um damit sich selbst und die Patienten zu schützen und einen der wichtigsten Schritte in der Bekämpfung der Pandemie zu unterstützen. „Die Möglichkeit zur Impfung des medizinischen Personals ist ein ganz entscheidender Meilenstein in der aktuellen Situation und für den weiteren Verlauf der Pandemie“, sagt Professor Dr. med. Bernd Salzberger, Präsident der DGI aus Regenburg. Denn zum einen sind Pflegende und Ärzteschaft – je nach Arbeitsbereich und Tätigkeit – einem deutlich erhöhten Expositionsrisiko ausgesetzt. Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deuten darauf hin, dass sie sich daher auch häufiger infizieren: Laut WHO macht medizinisches Personal etwa drei Prozent der Bevölkerung, aber 14 Prozent der Infizierten aus. Zum anderen stellen Infektionen beim medizinischen Personal ein Risiko insbesondere für vulnerable Patientengruppen dar. Durch krankheitsbedingte Ausfälle könnte zudem die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung gefährdet sein. „Angesichts dessen, möchten wir es den Kolleginnen und Kollegen aus der Pflege und der Ärzteschaft sehr ans Herz legen, von der Impfung Gebrauch zu machen, sobald diese für das eigene Tätigkeitsprofil angeboten wird“, betont Salzberger. Die Studiendaten zur BioNtech/Pfizer-Vakzine, die jetzt in Deutschland zugelassen ist, zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Virus zu infizieren, bei den COVID-19-geimpften Probanden um 95 Prozent geringer ausfiel, als bei den Placebo-geimpften Studienteilnehmern. Das bedeutet, dass eine gegen COVID-19 geimpfte Person nach einem Kontakt mit SARS-CoV-2 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken wird. Wie lange der Impfschutz anhält und in welchem Maß die Übertragung durch geimpfte Personen verringert oder verhindert wird, ist allerdings noch nicht vollständig geklärt. Wie bei jeder Impfung und jeder medizinischen Maßnahme können auch nach der COVID-19-Impfung Nebenwirkungen auftreten. Als häufigste Nebenwirkungen beziehungsweise Impfreaktionen zeigten sich in der an rund 44.000 Probanden durchgeführten Phase III-Studie, Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Schwere Nebenwirkungen waren sehr selten und traten in der Impfstoff- und Placebogruppe gleich häufig auf. Referenzen: Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 2/2021 (online vorab) https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/Ausgaben/02_21.pdf?__blob=publicationFile World Health Organization, News Release, Sept 2020 https://www.who.int/news/item/17-09-2020-keep-health-workers-safe-to-keep-patients-safe-who Quelle: Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI); 27.12.2020
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