Strategien zur optimalen Nutzung von Spenderorganen17. November 2023 Foto: ©dragonstock/stock.adobe.com Neue Verfahren im Organspendeprozess ermöglichen mittlerweile zum einen, mehr Spender zu erkennen und zum anderen, die Organqualität und damit letztendlich auch die Empfängersicherheit zu erhöhen. Details erläuterte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) im Rahmen ihres Jahreskongresses. So unterstützt das Open Source Tool DETECT Transplantationsbeauftragte bei der systematischen Spendererkennung. Denn eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist es, mögliche Organspenderinnen und -spender auf der Intensivstation zu identifizieren. Retrospektive Todesfallanalysen in Entnahmekrankenhäusern mit dem Programm DSO-TransplantCheck haben gezeigt, dass durch rechtzeitiges Erkennen mehr Spenden realisiert werden können. Hier leistet das automatisierte elektronische Screeningtool DETECT auf den Intensivstationen einen wertvollen Beitrag, in dem es mögliche Organspendefälle meldet, die damit frühzeitig im Fokus einer weiteren Bewertung stehen. Der DSO zufolge ist die Qualität der zu transplantierenden Organe entscheidend für die Empfängerinnen und Empfänger, da sie letztlich den Erfolg der Transplantation mitbestimmt. So ist seit Sommer 2023 die Fotodokumentation von zur Transplantation entnommenen abdominellen Organen bundesweit als Standard vorgesehen. Damit sollen zwei Teilprozesse der Organspende verbessert werden: zum einen die Organcharakterisierung, zum anderen die Qualitätssicherung der postmortalen Organentnahme. Die Organentnahmen von Leber, Nieren und Pankreas sowie deren intraoperative Beurteilung erfolgen regional durch Chirurgenteams in den Entnahmekliniken und damit zumeist nicht durch die Chirurgen der akzeptierenden Transplantationszentren, wie es bei Herzen und Lungen der Fall ist. Die standardisierte Fotodokumentation soll den für die Transplantation verantwortlichen Ärztinnen und Ärzten die bestmögliche Entscheidungsgrundlage für die Akzeptanz oder Ablehnung eines Organangebots vermitteln. Ein entsprechendes Pilotprojekt (FoQuex-Studie, Fotodokumentation zur Qualität explantierter Organe) in der DSO-Region Mitte zeigt der Organisation zufolge vielversprechende Ergebnisse und ist auf dem Weg, bundesweit implementiert zu werden. Die DSO weist darauf hin, dass gerade die medizinische Bewertung der Organe von älteren Spendern anspruchsvoll ist, mittlerweile aber angesichts des steigenden Durchschnittsalters mitentscheidend für die Zahl verfügbarer Spenderorgane sei, die für eine Transplantation angeboten werden können. Als weitere vielversprechende Option, die Zahl und die Qualität der zu transplantierenden Organe zu steigern, nennt die DSO den Einsatz der Maschinenperfusion. Diese schonende Organkonservierung ermögliche nicht nur eine Verlängerung der Zeitspanne zwischen Entnahme und Transplantation, sondern auch eine bessere Evaluation und möglicherweise Behandlung der entnommenen Organe vor einer Organübertragung. Damit könne während der Phase der Perfusion eine Optimierung bzw. Aufbereitung der Spenderorgane stattfinden, sodass deren Qualität maßgeblich gesteigert werde. „Dieses Verfahren kann somit entscheidend zur Verbesserung der Überlebenschancen der Empfängerinnen und Empfänger von Organen beitragen“, betonte Thomas Biet, Kaufmännischer Vorstand der DSO. Zahlreiche dieser neuen Ansätze und Verfahren entstehen in der direkten Zusammenarbeit und dem Austausch der DSO als Koordinierungsstelle mit ihren engsten Partnern im Organspendeprozess, den Entnahmekrankenhäusern. Im Sinne der Gemeinschaftsaufgabe Organspende hob der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß, ebenfalls hervor: „Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, alles dafür zu unternehmen, dass es gelingt, den gesamten Organspendeprozess vertrauensvoll und effizient zu gestalten. Das sind wir den Menschen, die auf ein Spenderorgan warten, schuldig.“
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