„Stresstest ohne Sicherheitsnetz“11. Mai 2026 Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes (Foto: Marburger Bund) In ihrem Lagebericht zum Auftakt der 147. Hauptversammlung des Marburger Bundes in Hannover kritisierte die 1. Vorsitzende Dr. Susanne Johna am 09.05.2026 das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz als „Spardiktat zulasten von Patienten und Beschäftigten“. Die Vorsitzende des größten deutschen Ärzteverbandes sprach von einem „Stresstest ohne Sicherheitsnetz“ für das Gesundheitssystem. Gleichzeitig würden die beschlossene Krankenhausreform, der vorgesehene Umbau der ambulanten Versorgung und die geplante Notfallreform tiefgreifende Veränderungen auslösen, während dem Gesamtsystem erhebliche Finanzmittel entzogen würden. Die geplanten Einsparungen bei Leistungserbringern würden laut Bundesgesundheitsministerium bis 2030 auf mehr als 30 Milliarden Euro anwachsen. „Kürzungen bei den Leistungserbringern sind kein abstraktes Problem – sie haben ganz konkrete Folgen für die Versorgung von Patientinnen und Patienten“, sagte Johna.Zugleich warnte die Internistin vor Versorgungslücken insbesondere im ländlichen Raum. Die geplante Notfallreform dürfe nicht dazu führen, dass Patienten „wie Pakete hin- und hergeschickt“ würden, damit der Abrechnungslogik Genüge getan werde. Auch die geplante Ausweitung von Fallprüfungen durch den Medizinischen Dienst in den Krankenhäusern führe zu mehr Bürokratie und binde ärztliche Arbeitszeit. „Wir verschieben Ressourcen – weg von der Versorgung, hin zur Kontrolle. Dadurch wird kein einziger Patient diagnostiziert oder behandelt. Kontrolle ersetzt keine Versorgung, sie blockiert sie“, betonte Johna.Sorge äußerte der Marburger Bund zudem über die Arbeitsbedingungen des ärztlichen Nachwuchses. Laut einer aktuellen Befragung denke bereits ein Drittel der Medizinstudierenden im Praktischen Jahr darüber nach, die kurative Medizin wieder zu verlassen.(ms/BIERMANN) Das könnte sie auch interessieren: Bundesweite Mitgliederbefragung des Marburger Bundes zu Machtmissbrauch und sexueller Belästigung im Klinikalltag Hitzige Debatten zum Spargesetz beim Gesundheitskongress des Westens
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