Studie bestätigt: Prostatakrebs kann per Ultraschall in der Verbindung mit künstlicher Intelligenz besonders effektiv erkannt werden

Symbolbild Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz mit Namen ANNA hilft bei der Prostatakrebsdiagnostik. Foto: phonlamaiphoto – Fotolia.com

Eine aktuelle Langzeitstudie zeigt gute Ergebnisse der Prostatakrebsdiagnostik per ultraschallbasierter Biopsie unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz (KI). Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) begrüßt diese Erkenntnis.

Wie wirkungsvoll eine frühzeitige Verlaufskontrolle mit transrektalem Ultraschall (TRUS) und Auswertung durch KI sein kann, zeigt eine aktuelle Studie aus dem „World Journal of Urology“ (Vol 16; 2018). Dabei kam das computergestützte Ultraschall-Diagnostiksystem TRUS/ANNA zum Einsatz. Hierbei wird mittels KI gezielt gezielt eine Gewebeprobe entnommen, was eine exakte Diagnose ermöglicht. Das Ergebnis: Bei 97 Prozent der Patienten konnte nach zwölf Jahren entweder kein Prostatakrebs mehr nachgewiesen werden oder die Patienten konnten mit entsprechenden Methoden geheilt werden. Das Verfahren brachte so exakte Ergebnisse hervor, dass 50 bis 75 Prozent der üblicherweise notwendigen Biopsien nicht mehr durchgeführt werden mussten. Für die Studie wurden 71 Patienten mit Prostatakrebs über einen Zeitraum von zwölf Jahren untersucht.

Doch warum ermöglicht diese neue ultraschallgezielte Biopsie besonders korrekte Ergebnisse? „Die Verwendung der Kombination aus Ultraschall und KI ermöglicht eine besonders exakte und zielgenaue Probenentnahme“, erläutert Prof. Tillmann Loch, Leiter der DEGUM-Sektion Urologie von der Urologischen Klinik aus dem Diakonissenkrankenhaus Flensburg. „Dabei führt der Arzt die Biopsie-Nadel gemeinsam mit dem Ultraschallkopf in den Enddarm ein. Mit Hilfe des Ultraschalls steuert er die Nadel dann ganz gezielt durch die Darmwand in die Prostata.“ Ein weiterer Vorteil der Methode: Die hohe technische Auflösung des modernen Ultraschalls ermögliche mittlerweile nicht mehr nur sehr gute Bilder vom Tumor selbst, sondern auch von krebsverdächtigen umliegenden Gebieten ohne Einsatz von schädigenden Strahlen oder eines Kontrastmittels, so die DEGUM.

(DEGUM/ms)