Studie: Digitale Versorgungsangebote ermöglichen Patienten aktive Teilhabe am Versorgungsprozess30. Juni 2022 Abbildung: © elenabsl/stock.adobe.com Eine Studie der Universität Witten/Herdecke zeigt die Vielfalt digitaler Innovationen in der Gesundheitsversorgung: Immer mehr digitale Anwendungen werden für die Gesundheitsversorgung entwickelt. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten sogar noch erweitert werden können. Stand bisher mehr die ärztliche oder institutionelle Nutzung in Krankenhäusern und Praxen im Fokus, so findet die Nutzung digitaler Innovationen der Gesundheitsversorgung zunehmend auch im Privaten statt. Insbesondere Apps und Smart-Devices werden eigenständig von Patient:innen zur Information und Überwachung von Symptomen genutzt. Anhand eines Scoping-Reviews, in dem einschlägige Forschungsliteratur zusammengetragen und analysiert wird, konnten an der Universität Witten/Herdecke für Patienten bereits verfügbare digitale Innovationen der Gesundheitsversorgung identifiziert und die Einsatzgebiete und -bedingungen dieser Innnovationen untersucht werden. Viele Angebote zur Unterstützung der Therapie bei chronischen Erkrankungen Die wichtigste Erkenntnis des Reviews benennt Erstautorin Thea Kreyenschulte: „Patient:innen nehmen bei digitalen Versorgungsangeboten eine entscheidende Rolle ein, denn viele digital gestützte Gesundheitsangebote können sie eigenständig anwenden.“ Dies ermögliche eine aktive Teilhabe am Versorgungsprozess und könne auch die Eigenverantwortung von Patienten steigern. „Unserer Ergebnisse zeigen einen Fokus der Angebote auf die Unterstützung von Therapien vor allem bei chronisch kranken Menschen, während Innovationen zur Prävention, Diagnose, Rehabilitation und Pflege weniger stark vertreten sind“, ordnet Koautorin und ATLAS-Projektleiterin Prof. Sabine Bohnet-Joschko ein. Den Autorinnen gelang es, digitale Angebotsformen zu identifizieren, die aktuell bereits für Patienten infrage kommen können. Eingesetzt werden sie zur Bildung und zum Selbstmanagement, zum Symptommanagement sowie in der Behandlung. Diese Anwendungen ordnen die Wissenschaftlerinnen neun unterschiedlichen Schnittstellen zu: • Apps, z.B. zur Aufklärung und Dokumentation • Smart-Devices, u.a. zur Überwachung von Vitalwerten • Telekonsultation, z.B. in Videokonferenzen zur Heimrehabilitation • Patient:innenportale, in denen z.B. Fragebögen für Patienten vorgehalten werden • Games, z.B. Lernspiele bei ADHS • Implantate, wie das Cochlea Implantat • Robotik, z.B. in Form eines Daten sammelnden Massage-Roboterarms • intelligente Informations- und Kommunikationssysteme, u.a. in Form von erweiterter Realität in der Abbildung medizinischer Eingriffe • Ambient-Assisted-Living-Umgebungen, die u.a. Smart-Speaker vorhalten.
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