Studie: Erfolge eines Lungenkrebs-Screenings sichern durch Maßnahmen zur Tabakentwöhnung28. August 2023 Foto: © contrastwerkstatt/stock.adobe.com Ohne Standardmaßnahmen zur Raucherentwöhnung können die Vorteile eines Lungenkrebs-Screenings nicht voll ausgeschöpft werden. Das betonen die Autoren einer aktuellen Untersuchung aus den USA. Darin rauchte mehr als die Hälfte derjenigen, die für Screenings infrage kamen, immer noch aktiv. In der neuen Studie, durchgeführt unter der Leitung der University of Minnesota Medical School (USA) untersuchten die Forschenden, wie sich verschiedene Kombinationen von Verhaltenstherapie und Medikamenten auf die Tabakentwöhnung auswirken und wie sie in Zukunft dazu genutzt werden können, den Nutzen von Lungenkrebs-Screenings zu erhöhen. Forscher der School of Public Health, des College of Liberal Arts, des US-Veteranenministeriums und des gemeinnützigen Gesundheitssystems Allina Health trugen ebenfalls zu der PLUTO-Studie (Programme for Lung Cancer Screening and Tobacco Cessation) bei. In der PLUTO-Studie testeten die Wissenschaftler verschiedene adaptive Interventionen auf der Grundlage des evidenzbasierten Tobacco Longitudinal Care(TLC)-Programms. Dabei wollten sie unter anderem herausfinden, wie TLC am besten in das jährliche Lungenkrebs-Screening als Standard zur Raucherentwöhnung integriert werden kann. Das TLC-Programm besteht aus häufigem Telefon-Coaching und einer rezeptfreien Nikotinersatz-Kombinationstherapie (NRT). Man bewertete im Rahmen der Studie, welche Auswirkungen es hat, wenn das TLC-Programm bei Patienten, bei denen initial ein Ansprechen darauf ausblieb (die also weiterhin rauchten), durch eine Verschreibung von Medikamente ergänzt wird. Bewertet wurden außerdem die Auswirkungen einer Verringerung der TLC-Intensität bei Teilnehmenden des TLC-Programms, die ein Ansprechen zeigten. Nach der ersten TLC-Behandlung hatten 80 Prozent der Teilnehmenden nicht auf die Behandlung angesprochen und rauchten weiterhin, während die Maßnahmen bei 20 Prozent frühen Erfolg zeigten. Nach 18 Monaten Nachbeobachtung betrug die Entwöhnungsrate über alle TLC-Interventionsgruppen hinweg 24 Prozent. Für die Probanden, die initial nicht auf die TLC-Behandlung reagierten, berichten die Studienautoren, dass die Entwöhnungsrate bei denjenigen, die zusätzlich eine Überweisung zur medikamentösen Therapie erhielten, ähnlich wie bei den Teilnehmern ohne eine solche Überweisung war. Unter den Probanden in der Studie, die initial auf die TLC-Behandlung ansprachen, betrug die Abbruchrate bei denjenigen, die vierteljährlich TLC erhielten, 44 Prozent im Vergleich zu 59 Prozent bei denjenigen mit einem monatlichen TLC. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das TLC am effektivsten war, wenn es ohne Modifikation implementiert wurde und keine zusätzlichen Medikamente erforderte. Die Integration des TLC-Programms in das Lungenkrebs-Screening erwies sich als praktikabel und war mit klinisch signifikanten Entwöhnungsraten verbunden. „Wenn wir den Menschen nicht dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören, werden wir die Vorteile der Lungenkrebs-Vorsorgeuntersuchung nicht ausreichend nutzen“, unterstreichen Prof. Steven Fu von der University of Minnesota Medical School, Hauptautor der Studie. „Die PLUTO-Studie zeigt, dass wir sowohl eine intensive Verhaltensbehandlung als auch Medikamente anbieten können, um Menschen bei der Entwöhnung zu helfen, indem wir ein Langzeitprogramm zur Tabakentwöhnung in das Lungenkrebs-Screening-Setting integrieren.“ Es seien zwar noch weitere Untersuchungen notwendig, um Umsetzungsstrategien zu ermitteln, jedoch empfehlen die Forschenden schon jetzt die Integration einer langfristigen Entwöhnungs-Versorgung in ein Lungenkrebs-Screening, um die Ergebnisse für Patienten, die weiterhin rauchen, zu verbessern.
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