Studie erforscht Risikofaktoren und globale Prävalenz von COPD15. August 2022 © BillionPhotos.com – stock.adobe.com (Symbolbild) Autoren einer aktuellen Veröffentlichung haben bevölkerungsbasierte Studien zur Prävalenz von Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ausgewertet, die zwischen Januar 1990 und Dezember 2019 veröffentlicht worden waren. Die Autoren der Übersichtsarbeit hatten in Literaturdatenbanken 162 Artikel identifiziert, in denen über bevölkerungsbezogene Studien an insgesamt 260 Standorten in 65 Ländern berichtet wurde. Im Jahr 2019 betrug die weltweite COPD-Prävalenz bei Menschen im Alter von 30–79 Jahren 10,3% (95%-KI 8,2–12,8) bei Verwendung der Falldefinition entsprechend der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD; 1-Sekunden-Kapazität [FEV1]/forcierte Vitalkapazität [FVC] <0,7). Das entspricht 391,9 Mio. Menschen (95%-KI 312,6–487,9). Bei 7,6% (95%-KI 5,8–10,1) betrug sie bei Verwendung der Lower-Limit-of-Normal-Definition (LLN; FEV1/FVC <LLN). Hier lag die Entsprechung bei 292,0 Mio. Menschen (95%-KI 219,8–385,6). Unter Verwendung der GOLD-Definition schätzten die Autoren, dass 391,9 Mio. (95%-KI 312,6–487,9) Menschen im Alter von 30–79 Jahren im Jahr 2019 weltweit an COPD litten, wobei die meisten (315,5 Mio.; 95%-KI 246,7–399,6; 80,5%) in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen lebten. Die Gesamtprävalenz von GOLD-COPD bei Menschen im Alter von 30–79 Jahren war in der Region Westpazifik am höchsten (11,7%; 95%-KI 9,3–14,6) und am niedrigsten in der Region Amerika (6,8%; 95%-KI 5,6–8,2). Weltweit gesehen waren Zugehörigkeit zum männlichen Geschlecht (OR 2,1; 95%-KI 1,8-2,3), Rauchen (aktuelle Raucher: OR 3,2; 95%-KI 2,5–4,0; jemals Raucher: OR 2,3; 95%-KI 2,0–2,5), ein Body-Mass-Index von <18,5 kg/m2 (OR 2,2; 95%-KI 1,7–2,7), Exposition gegenüber verbrannter Biomasse (OR 1,4; 95%-KI 1,2–1,7) und eine Exposition gegenüber Stäuben oder Rauch am Arbeitsplatz (OR 1,4; 95%-KI 1,3–1,6) alles wesentliche Risikofaktoren für eine COPD. Fazit Laut einer systematischen Übersichts- und Modellierungsstudie stellen Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen mehr als 3/4 aller Fälle von COPD weltweit. Die Wissenschaftler rechnen damit, dass es in Ermangelung gezielter bevölkerungsweiter Maßnahmen und Reformen der Gesundheitssysteme in den betroffenen Regionen, von denen viele unterfinanziert sind, auch in Zukunft schwierig sein wird, die COPD-Last weltweit entscheidend zu senken. (ac) Autoren: Adeloye D et al. Korrespondenz: Igor Rudan; [email protected] Studie: Global, regional, and national prevalence of, and risk factors for, chronic obstructive pulmonary disease (COPD) in 2019: a systematic review and modelling analysis Quelle: Lancet Respir Med 2022;10(5):447–458. Web: https://doi.org/10.1016/S2213-2600(21)00511-7
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