Studie: Fast die Hälfte der Fälle von Kinderasthma in Barcelona auf Luftverschmutzung zurückzuführen19. Februar 2020 Foto: © Anchalee/Adobe Stock Bis zu 48 Prozent der Asthmafälle bei Kindern in Barcelona jährlich könnten auf Luftverschmutzung zurückzuführen sein. Dies ist das wichtigste Ergebnis einer neuen Studie des Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal). Die Autoren stellten in ihrer Studie auch fest, dass weniger sozial benachteiligte Kinder in der spanischen Hauptstadt stärker an Asthma im Zusammenhang mit Luftverschmutzung leiden. Eine kürzlich ebenfalls von ISGlobal durchgeführte Untersuchung hatte ergeben, dass 33 Prozent der Asthmafälle unter Kindern in Europa auf Luftverschmutzung zurückzuführen sind. Die neue Studie verwendete denselben quantitativen Ansatz, um die Anzahl der Fälle pädiatrischen Asthmas in Barcelona abzuschätzen, die auf drei Hauptluftschadstoffe zurückzuführen sind: Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub (PM2,5) und Ruß (BC). Die Studie stützte sich auf Volkszählungsdaten für die Stadt Barcelona. Die Asthma-Inzidenzraten bei Kindern im Alter zwischen einem und 18 Jahren stammten aus der Global Burden of Disease-Datenbank. Die Expositionsniveaus für die drei Schadstoffe wurden unter Verwendung eines Landnutzungs-Regressionsmodells (LUR) berechnet. Um die Asthmalast von Kindern abzuschätzen, betrachteten die Forscher zwei verschiedene Szenarien. Das erste Szenario basierte auf den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für maximale Luftverschmutzung. Das zweite Szenario bildete die Luftverschmutzungs-Untergrenzen ab, über die in verschiedenen wissenschaftlichen Studien berichtet wurde. Im ersten Szenario stellten die Forscher fest, dass 19 Prozent aller pädiatrischen Asthmafälle aufgrund von PM2,5 und 18 Prozent derjenigen aufgrund von NO2 pro Jahr in Barcelona verhindert werden könnten, wenn die WHO-Richtlinien zur jährlichen Exposition eingehalten würden. Das zweite Szenario ergab eine mögliche Vermeidung von 45 Prozent aller Asthmafälle unter Kindern aufgrund von NO2, von 39 Prozent der Erkrankungen aufgrund von PM2,5 und von 31 Prozent derjenigen aufgrund von BC, wenn die Luftverschmutzung auf die angegebenen Untergrenzen reduziert würden. In der Studie wird auch die Verteilung der Auswirkungen von Luftverschmutzung auf die Entwicklung von Asthma bei Kindern nach sozioökonomischem Status berücksichtigt. Unter Verwendung des MEDEA-Index, der verschiedene Indikatoren in Bezug auf Bildung und Beschäftigungsstatus enthält, klassifizierten die Forscher die Bevölkerung von Barcelona nach dem Grad der sozialen Benachteiligung. Im Allgemeinen wurden Unterschiede zwischen sozioökonomischen Gruppen für alle untersuchten Luftschadstoffe festgestellt. David Rojas, Forscher bei ISGlobal sowie an der Colorado State University und Koordinator der Studie, kommentiert: „Unsere Analyse ergab mehr Luftverschmutzung und in der Folge mehr Asthmafälle unter Kindern aus den weniger [sozial] benachteiligten Bevölkerungsgruppen dieser Stadt.“ Er ergänzt: „In Barcelona lebt die wohlhabende Bevölkerung im Gegensatz zu anderen Städten eher dort, wo mehr Verkehr und Luftverschmutzung herrschen.“ „Der Straßenverkehr ist eine der Hauptquellen für Luftverschmutzung“, kommentiert Mark Nieuwenhuijsen, Direktor der Initiative für Stadtplanung, Umwelt und Gesundheit bei ISGlobal. „Barcelona braucht dringend Maßnahmen, um den Verkehr mit Kraftfahrzeugen zu verringern, der sich negativ auf die Gesundheit der Kinder in der Stadt auswirkt. Durch eine Reduzierung des Verkehrs wird nicht nur die Luftverschmutzung verringert, sondern auch die Lärm und die Effekte von Hitzeinseln verringert und die körperliche Aktivität erhöht – alles Dinge, die der Gesundheit zuträglich sind“, fügt Nieuwenhuijsen hinzu.
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