Studie liefert beruhigende Daten über seltene Herzerkrankung nach COVID-Impfung23. Dezember 2021 Bild: ©greenapple78 – stock.adobe.com Eine jüngst in „The BMJ“ publizierte Studie gelangt zu dem Ergebnis, dass eine Herzmuskel- oder -beutelentzündung nach einer Impfung mit einem mRNA-Vakzin sehr selten ist. Im Alter von zwölf bis 39 Jahren berichten die Autoren über 1,6 Fälle pro 100.000 Geimpften. „Die Studie bestätigt frühere Berichte über ein erhöhtes Risiko nach der Impfung mit BNT162b2 (Pfizer/Biontech) und mRNA-1273 (Moderna), zeigt jedoch, dass die absolute Zahl der Fälle gering war, selbst in jüngeren Altersgruppen, und liefert weitere Belege für die allgemeine Sicherheit von mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19“, heißt es in einer Mitteilung des Fachmagazins. Jüngste Berichte und Studien deuten auf ein erhöhtes Risiko einer Herzentzündung nach einer mRNA-Impfung hin, insbesondere nach der zweiten Dosis. Bislang hat jedoch noch keine Studie diesen Zusammenhang anhand von Daten aus einer vollständigen Bevölkerung untersucht. Dänische bevölkerungsbasierte Kohortenstudie Um dieses Problem zu lösen, untersuchten dänische Forscher anhand nationaler Gesundheitsdaten den Zusammenhang zwischen einer mRNA-Impfung und einer Krankenhausdiagnose von Myokarditis oder Perikarditis, erhöhten Troponinwerten im Blut und einem Krankenhausaufenthalt von mehr als 24 Stunden. Die Analyse umfasste fast 5 Millionen Einwohner Dänemarks im Alter von 12 Jahren oder älter, die entweder den Impfstoff von Pfizer/Biontech oder Moderna erhalten hatten. Die Teilnehmer wurden vom 1. Oktober 2020 bis zum 5. Oktober 2021 beobachtet, wobei eine Reihe potenziell einflussreicher Faktoren wie Alter, Geschlecht, Impfstoffprioritätsgruppe und zugrunde liegende Gesundheitszustände berücksichtigt wurden. Während der Nachbeobachtung entwickelten 269 Teilnehmer eine Myokarditis oder Myoperikarditis, von denen 108 (40 Prozent) zwischen 12 und 39 Jahre alt und 196 (73 Prozent) männlich waren. Unterschiede zwischen den Impfstoffen von Moderna und Pfizer/Biontech Insgesamt zeigen die Ergebnisse einen starken Zusammenhang zwischen der Impfung mit Moderna und Myokarditis oder Myoperikarditis, während die Impfung mit Pfizer-BioNTech nur bei Frauen mit einer erhöhten Rate an Myokarditis oder Myoperikarditis verbunden war. Die Rate der Myokarditis oder Myoperikarditis war bei der Impfung mit Moderna höher als bei der Impfung mit Pfizer/Biontech. Dennoch war die absolute Zahl der Ereignisse nach beiden Impfstoffen gering und die Fälle waren überwiegend mild. Beispielsweise entwickelten von 3.482.295 mit Pfizer/Biontech geimpften Personen 48 innerhalb von 28 Tagen nach der Impfung eine Myokarditis oder Myoperikarditis (eine absolute Rate von 1,4 pro 100.000), verglichen mit ungeimpften Personen. Bei den Frauen lag die absolute Rate bei 1,3 pro 100.000 und bei den Männern bei 1,5 pro 100.000. Bei den 12- bis 39-Jährigen betrug die absolute Rate 1,6 pro 100.000, und in der jüngsten Altersgruppe (12- bis 17-Jährige) lag sie innerhalb von 28 Tagen nach Erhalt des Impfstoffes von Pfizer/Biontech bei nur 1 pro 100.000. Von 498.814 Personen, die mit Moderna geimpft wurden, entwickelten 21 innerhalb von 28 Tagen nach der Impfung eine Myokarditis oder Myoperikarditis (eine absolute Rate von 4,2 pro 100.000), verglichen mit ungeimpften Personen. Bei den Frauen lag die absolute Rate bei 2 pro 100.000 und bei den Männern bei 6,3 pro 100.000. Bei den 12- bis 39-Jährigen lag die absolute Rate innerhalb von 28 Tagen nach Erhalt des Moderna-Impfstoffs bei 5,7 pro 100.000. Herzstillstand oder Tod nach Infektion deutlich häufiger Beide Impfstoffe waren auch mit einem um etwa 50 Prozent verringerten Risiko für Herzstillstand oder Tod (die schwersten Erscheinungsformen der Myokarditis oder Myoperikarditis) im Vergleich zu ungeimpften Personen verbunden. Im Gegensatz dazu bestand 28 Tage nach einem positiven COVID-19-Test ein 14-fach erhöhtes Risiko für Herzstillstand oder Tod im Vergleich zu nicht infizierten Personen. Das BMJ weist darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt und die Todesursache daher nicht festgestellt werden könne. Auch die Forscher weisen auf mögliche Verzerrungen hin, wie z. B. ein erhöhtes öffentliches Bewusstsein für mögliche Nebenwirkungen von Impfstoffen, die die Ergebnisse beeinflusst haben könnten. Es handele sich jedoch um eine gut konzipierte Studie, die auf qualitativ hochwertigen Gesundheitsdaten für eine vollständige Population basiere, und die Ergebnisse blieben nach zusätzlichen Analysen weitgehend unverändert. Dies deute darauf hin, dass sie einer genaueren Prüfung standhalten sollten. Die Forschenden gelangen daher zu dem Schluss, dass die mRNA-Impfung mit Moderna und Pfizer/Biontech in der dänischen Bevölkerung zwar mit einem erhöhten Myokarditis- oder Myoperikarditis-Risiko verbunden ist, wobei die absolute Rate nach beiden Impfungen jedoch niedrig war – selbst in jüngeren Altersgruppen. Die Vorteile der Impfung sollten bei der Interpretation dieser Ergebnisse berücksichtigt werden, fügen sie hinzu. Es seien größere multinationale Studien erforderlich, um die Risiken für Myokarditis oder Myoperikarditis nach der Impfung in kleineren Gruppen weiter zu untersuchen.
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