Studie: Vaping kann für Nichtraucher ein Einstieg in das Rauchen sein

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Ob sich E-Zigaretten für die Tabakentwöhnung eignen, ist immer noch ein Streitpunkt zwischen Pneumologen und Suchtmedizinern. Sicher scheint aber zu sein, dass E-Zigaretten für Nichtraucher der erste Schritt auf dem Weg zum Rauchen herkömmlicher Zigaretten sein können, wie eine neue Studie aufzeigt.

Wissenschaftler von der University of Otago in Neuseeland hatten Daten aus der Befragung „New Zealand Attitudes and Values” für die Jahre 2018–2020 ausgewertet. Dabei stellten sie im Großen und Ganzen fest, dass die Prävalenz in Bezug auf das Rauchen im Laufe der Zeit abnahm, während die Vaping-Prävalenz stieg. Die Forschenden beobachteten keine Unterschiede in der Wahrscheinlichkeit eines Wechsels vom Rauchen zum Vaping oder umgekehrt, was darauf hindeutet, dass beide Richtungen gleich wahrscheinlich waren.

Zwischen 2018 und 2020 sank die Prävalenz von Tabakkonsum unter den Befragten zu jedem Untersuchungszeitpunkt (7,4% bzw. 6,2% und 5,2%), während die Prävalenz derjenigen, die E-Zigaretten konsumierten, zunahm (2,8% bzw. 0 2,9% und 3,4%). Im Jahr 2018 war die Wahrscheinlichkeit, dass Vaper mit dem Rauchen anfingen, höher als die, dass Raucher zu E-Zigaretten wechselten. Für das Jahr 2019 hingegen wurde der gegenteilige Effekt festgestellt.

Schätzungen zufolge haben im Jahr 2022 weltweit 81 Millionen Menschen E-Zigaretten konsumiert, was einen Anstieg von 39 Prozent gegenüber 58 Millionen im Jahr 2018 und eine Zunahme um 103 Prozent gegenüber 21 Millionen im Jahr 2012 bedeutet. Laut Studienautor Andre Mason von der University of Otago sind E-Zigaretten ursprünglich „als neues Hilfsmittel angepriesen worden, um Menschen dabei zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören, aber bis heute ist die Evidenz widersprüchlich“. Im Gegensatz zu anderen Studien fanden die Autoren der gerade vorgelegten Arbeit keine konsistenten Beweise dafür, dass E-Zigaretten als Weg zur Raucherentwöhnung dienen können oder sollten. „Stattdessen gibt es häufige Wechsel vom Rauchen zum Vapen und umgekehrt“, berichtet Mason. Die Mehrheit der Befragten sei über die Zeit zwar bei ihrem gewohnten Konsum geblieben, doch habe es auch Personen gegeben, die zwischen Rauchen und Vapen wechselten.

„Entgegen der Erwartung scheint sich das Vapen lediglich als eine weitere Verhaltensweise im Zusammenhang mit dem Rauchen herausgestellt zu haben und nicht als Ersatz für das Rauchen, der in erster Linie dabei hilft, mit dem Rauchen aufzuhören“, unterstreicht Mason. Obwohl die Prävalenz des Rauchens im Laufe der Zeit abnahm, deutet das Fehlen von Belegen für einen Entwöhnungseffekt durch E-Zigaretten darauf hin, dass der Rückgang auf andere Faktoren zurückzuführen sein könnte, etwa auf Kampagnen zu den negativen gesundheitlichen Folgen und auf erhöhte Kosten für Zigaretten. Mason ergänzt: „Darüber hinaus, und das ist vielleicht noch besorgniserregender, scheint es, dass das Dampfen mit ebenso hoher Wahrscheinlichkeit erst zum Zigarettenkonsum führte wie es einen Effekt für die Entwöhnung hatte.“