Studie vergleicht Gesamtmortalität nach bariatrischer Chirurgie und konservativer Therapie

Adipositas
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Die bariatrische Chirurgie ist ein effektives und sicheres Verfahren zur Gewichtsverminderung und kurzfristigen Verbesserung metabolischer Erkrankungen wie z. B. Diabetes. Die Mehrzahl der Studien zu diesem Thema ist allerdings in den meisten Settings limitiert bzgl. fehlender konservativer Gruppe, Verlusten im Follow-up, fehlenden Daten und geringeren Stichprobengrößen, wie israelische Wissenschaftler ­schreiben. Sie führten eine retro­spektive Kohortenstudie mit 33.540 Patienten durch.

Adipösen Erwachsenen, die sich zwischen 2005 und 2014 einer bariatrischen Operation unterzogen hatten, wurden konservativ behandelten adipösen Patienten zugeordnet. Verglichen wurde die Operation mit dem üblichen kurativen Adipositas-Management durch den Hausarzt, das Ernährungsberatung und Verhaltens­modifikationen beinhalten kann. Das primäre Outcome (Gesamtmortalität) wurde angeglichen und adjustiert nach BMI vor der OP, Alter, Geschlecht, sozioökonomischer Status, Diabetes, Hyperlipid­ämie, Bluthochdruck, kardiovaskuläre Erkrankung und Rauchen.

Erfasst wurden 8385 Patienten, die sich einer bariatrischen Operation unterzogen hatten (medianes Alter 46 [Interquartilsabstand (IQR) 37–54] Jahre; 5490 [65,5 %] Frauen; medianer BMI zur Baseline 40,6 [IQR 38,5–43,7]; laparoskopische Magenband-Operation [n=3635], RYGB [n=1388], laparoskopische Magenverkleinerung [n=3362] und 25.155 gematchte konservative Patienten (medianes Alter 46 [IQR 37–54] Jahre; 16.470 [65,5 %] Frauen; medianer BMI zur Baseline 40,5 [IQR 37,0–43,5]). Für die Gesamtmortalität waren die Follow-up-Daten zu 100 % verfügbar. Während eines medianen Follow-up von 4,3 Jahren (IQR 2,8–6,6) gab es bei den chirurgischen Patienten 105 Todesfälle (1,3 %) (Magenband: 61 [1,7 %]; RYGB: 18 [1,3 %]; Magenverkleinerung: 26 [0,8 %]).

Unter den konservativen Patienten traten während eines medianen Follow-up von 4,0 (IQR 2,6–6,2) Jahren 583 Todesfälle (2,3 %) auf. Die absolute Differenz betrug 2,51 (95 %-KI 1,86–3,15) weniger Todesfälle/1000 Personenjahre in der chirurgischen vs. der konservativen Gruppe. Die adjustierten Hazard Ratios (HRs) für Mortalität zwischen konservativen vs. chirurgischen Patienten betrug 2,02 (95 %-KI 1,63–2,52) für die gesamte Studienpopulation. Bei den Operationstypen betrugen die HRs 2,01 (95 %-KI 1,50–2,69) für die laparoskopische Magenband-Operation, 2,65 (95 %-KI 1,55–4,52) für RYGB und 1,60 (95 %-KI 1,02–2,51) für die laparos­kopische Magenverkleinerung.

Fazit
Bei adipösen Patienten ist eine bariatrische Operation über median 4,5 Jahre mit geringerer Gesamtmortalität asso­ziiert.

Autoren: Reges O et al.
Korrespondenz: Prof. Ran Balicer, Public Health Department, School of Public Health, Ben-Gurion University of the Negev, Beer-Sheva, Israel; [email protected]
Studie: Association of Bariatric Surgery Using Laparoscopic Banding, Roux-en-Y Gastric Bypass, or Laparoscopic Sleeve Gastrectomy vs Usual Care Obesity Management With All-Cause Mortality
Quelle: JAMA 2018;319(3):279–290.
Web: jamanetwork.com/journals/jama

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