Studie: Verhaltensprobleme von Kindern können mit gastrointestinalen Symptomen zusammenhängen24. August 2020 Foto: © Ivan Zhdan/Adobe Stock Eine neue Studie von Forschern der University of California (UC) – UC Davis Health hat ergeben, dass häufige gastrointestinale Symptome wie Diarrhoe, Obstipation und Blähungen mit störenden Schlafproblemen, Selbstverletzung und körperlichen Beschwerden bei Kindern im Vorschulalter in Verbindung stehen. Laut der aktuellen Veröffentlichung in der Zeitschrift „Autismus Research“ treten derartige gastrointestinale Symptome sehr viel häufiger bei kleinen Kindern mit Autismus auf. „Ärzte und Eltern müssen sich des häufigen Auftretens gastrointestinaler Probleme bei Kindern mit Autismus bewusst sein“, betont Erstautorin Bibiana Restrepo. „Diese Studie unterstreicht den Zusammenhang zwischen gastrointestinalen Symptomen und einigen problematischen Verhaltensweisen, die bei Kindern im Vorschulalter zu beobachten sind.“ Eltern von Kindern mit einer Erkrankung des Autismus-Spektrums berichten häufig über gastrointestinale Probleme ihres Nachwuchses (ASD). Die Wissenschaftler vom UC Davis MIND Institute bewerteten das Aufreten gastrointestinaler Symptome bei Kindern im Vorschulalter mit und ohne Autismus. Die Studie umfasste 255 (184 Jungen, 71 Mädchen) mit ASD im Alter zwischen 2 und 3,5 Jahren sowie 129 (75 Jungen, 54 Mädchen) sich normal entwickelnde Kinder derselben Altersgruppe. Pädiater mit einer Spezialisierung auf Autismus befragten im Verlauf der medizinischen Untersuchung der Kinder auch die Eltern: So fragten sie danach, wie häufig das Kind an gastrointestinalen Symptomen litt, wie beispielsweise Schluckprobleme, Bauchschmerzen, Blähungen, Diarrhoe, Obstipation, Schmerzen beim Stuhlgang, Erbrechen, Blut im Stuhl oder im Erbrochenen. Die Wissenschaftler teilten die Kinder in zwei Kategorien ein: diejenigen, die ein gastrointestinales Syptom oder mehr zeigten, und solche, die in den vorangegangenen drei Monaten solche Symptome niemals zeigten oder in den vergangenen drei Monaten niemals oder nur selten gezeigt hatten. Die Forscher verglichen dann die Kinder in den beiden Gruppen in Bezug auf Entwicklung, Verhalten und adpative Funktion. Die Untersuchung ergab, dass Vorschulkindern, die an ASD litten, mit einer 2,7-mal höheren Wahrscheinlichkeit an gastrointestinalen Symtpomen litten als sich normal entwickelnde Gleichaltrige. Tatsächlich berichteten mehr als 50 Prozent der Kinder mit ASD über häufige gastrointestinale Symptome, im Vergleich zu nur 18 Prozent der sich normal entwickelnden Kinder. Bei rund 30 Prozent der Kinder mit ASD traten multiple gastrointestinale Symptom auf. Solche multiplen gastrointestinalen Symptome waren den Wissenschaftlern zufolge mit größeren Schwierigkeiten in Bezug auf selbstverletzendes Verhalten, Aggression und restriktives oder repetitives Verhalten sowohl bei Kindern mit ASD als auch bei solchen mit normaler Entwickelung assoziiert. Bei Kindern mit Autismus erwiesen sich diese Probleme als schwerwiegender. „Problemverhalten ist möglicherweise ein Ausdruck gastrointestinalen Unwohlseins bei Kindern im Vorschulalter“, sagt Christine Wu Nordahl, ebenfalls vom UC Davis MIND Institute. „Gastrointestinale Symptome sind oftmals behandelbar, sodass es wichtig ist zu erkennen, wie häufig sie bei Kindern mit Autismus vorkommen. Die gastrointestinalen Symptome dieser Kinder zu therapieren, könnte diesen Kindern und auch deren Eltern ein wenig Linderung verschaffen.“ In der Studie wurde kein Zusammenhang zwischen gastrointestinalen Symptomen und der kognitiven Entwicklung oder dem Geschlecht festgestellt. Offenbar sind gastrointestinale Symptome bei Jungen und Mädchen im Vorschulalter gleichermaßen häufig.
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