Studie weckt Hoffnung auf einen Wirkstoff gegen Hepatitis E15. Mai 2024 Eine Verbindung namens K11777 hindert Körperzellen daran, das Viruskapsid zu spalten und so dem Virus aus seinem Kapsid zu helfen. So ist keine Infektion mehr möglich. (Abbildung: © RUB, Marquard) Möglicherweise fündig geworden sind Forschende auf der Suche nach einem spezifischen Wirkstoff gegen Hepatitis E: Sie konnten zeigen, dass die Verbindung K11777 Körperzellen daran hindert, das Viruskapsid zu spalten. Somit kann es keine Zellen mehr infizieren. „Die Verbindung wird derzeit in klinischen Studien schon gegen andere Viren wie SARS-CoV-2 getestet“, berichtet Erstautorin Mara Klöhn. „Es ist noch viel Arbeit erforderlich, um herauszufinden, ob sie als Wirkstoff gegen Hepatitis E eingesetzt werden kann, aber es ist ein erster Schritt.“ Die Forschenden haben ihre Ergebnisse in „Hepatology“ veröffentlicht. Mara Klöhn ist eine der Erstautorinnen der aktuellen Studie. (Foto: © RUB, Marquard) Hilfe der Wirtszelle Um ein Organ infizieren zu können, brauchen Viren die Hilfe der Wirtszellen. „Es lohnt sich deswegen, Ziele im Wirt zu finden, die man durch Medikamente beeinflussen kann, sodass sie diese Helferfunktion nicht mehr ausüben“, erklärt Klöhn. Auf die Verbindung K11777 wurden die Forschenden über Umwege aufmerksam: Bei Zellkulturstudien zum Hepatitis-C-Virus mit einem bekannten Wirkstoff fiel bei einer Kontrolluntersuchung auf, dass dieser Wirkstoff auch gegen Hepatitis E wirksam war. „Es konnte aber nicht auf demselben Weg funktionieren, denn das Hepatitis-E-Virus verfügt gar nicht über die Zielstruktur, gegen die dieser Wirkstoff gerichtet ist“, erläutert Klöhn. Das führte zu dem Verdacht, dass das Medikament möglicherweise auf Wirtszellen wirkt. Das Forschungsteam grenzte die möglichen Zielstrukturen ein und konzentrierte sich auf Cathepsine, die Proteine prozessieren können. K11777 inhibiert viele Cathepsin-Typen, hindert sie also an ihrer Funktion. Tests in Zellkultur mit menschlichen Leberzellen belegten, dass die Verbindung tatsächlich eine Infektion mit Hepatitis-E-Viren verhindert. „In weiteren Experimenten konnten wir unsere Hypothese belegen, dass die Verbindung verhindert, dass das Cathepsine L das Viruskapsid spaltet und öffnet“, so Klöhn. „Dadurch wird die Spaltung verhindert und es ist keine Infektion von Wirtszellen mehr möglich.“
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