Studie weckt Zweifel an bisheriger Theorie zu Parkinson11. Juli 2018 Querschnitt einer alpha-Synuclein-Fibrille. Links: 3-D-Rekonstruktion einer Fibrille, welche zwei miteinander interagierende Proteinmoleküle zeigt. Rechts: Atom-Modell der Fibrillenstruktur. (Graphik: Universität Basel) Die genauen Ursachen der Parkinson-Erkrankung sind bis heute nicht geklärt. Ein Forscherteam des Biozentrums der Universität Basel stellt in einer aktuellen Studie eine bisher gängige Vorstellung der Krankheitsentstehung in Frage. Bislang nahm man an, dass einer der Auslöser des Morbus Parkinson das Eiweiß alpha-Synuclein ist. Es kann verklumpen und lagert sich als Lewy-Körperchen in den Nervenzellen ab. Die toxischen Proteinfasern richten die Zellen im Gehirn zugrunde. Ein Forscherteam unter der Leitung von Prof. Henning Stahlberg vom Biozentrum der Universität Basel hat in Zusammenarbeit mit Forschern von Hoffmann-La Roche Ltd. und der ETH Zürich nun eine solche alpha-Synuclein-Fibrille nun künstlich im Reagenzgefäss erzeugt und erstmals mit atomarer Auflösung sichtbar machen können. “Entgegen unseren Erwartungen werfen die Ergebnisse allerdings mehr Fragen auf, als sie beantworten”, sagte Stahlberg. Bei einigen angeborenen Formen von Parkinson zeigen die Betroffenen genetische Defekte im alpha-Synuclein-Gen. Die Mutationen, so vermutet man, führen schließlich dazu, dass sich das Protein falsch faltet und sich zu den gefährlichen Fibrillen zusammenlagert. “Unsere 3-D-Struktur zeigt jedoch eine Fibrillen-Struktur, welche mit einem derart mutierten Protein gar nicht gebildet werden könnte”, erklärte Stahlberg. “Aufgrund ihrer Lage würden die meisten dieser Mutationen die Bildung der von uns gefundenen Fibrillen-Struktur eher behindern.” Wenn diese Fibrillen-Struktur Parkinson auslösen sollte, müsste der Gen-Defekt nach Ansicht der Wissenschaftler vor der Krankheit schützen. Dies tut er jedoch nicht. Die Forscher vermuten deshalb, dass eine andere Form von Fibrillen oder eine andere Form des Proteins die Krankheit bei diesen Patienten auslöst. Studie wirft neue Fragen auf Was die Mutationen im alpha-Synuclein bewirken, ob sich andere Formen von Proteinaggregaten herausbilden, welche Rolle die Fibrillen für die Nervenzellen spielen und woran die Nervenzellen letztlich sterben – diesen Fragen muss den Forscher zufolge nun nachgegangen werden. Originalbeitrag: Ricardo Guerrero-Ferreira R et al.: Cryo-EM structure of alpha-synuclein fibrils. eLife, 3. Juli 2018
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