Studie zeigt erhöhtes Infarktrisiko bei Menschen mit juckender Hauterkrankung13. Mai 2024 Symbolfoto: ©polkadot/stock.adobe.com Patientinnen und Patienten mit der Hauterkrankung Prurigo nodularis haben auch ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das zeigt eine Studie, die Forschende beider Hautkliniken des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel und Lübeck und des Galilee Medical Centers in Nahariya, Israel, veröffentlicht haben. Federführend beteiligt an der Arbeit waren PD Dr. Dr. Katharina Boch, Oberärztin der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Campus Kiel, Ralf Ludwig, Direktor des Lübecker Instituts für Experimentelle Dermatologie, Professor der Universität zu Lübeck und Vorstandsmitglied des Exzellenzclusters „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) sowie Dr. Henning Olbrich, Assistenzarzt der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Campus Lübeck. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin „eBioMedicine“. Das Team verglich Daten von weltweit mehr als 60.000 Patientinnen und Patienten mit Prurigo nodularis mit den Daten einer gleich großen Kontrollgruppe und verzeichnete unter den Hauterkrankten unter anderem signifikant mehr Herzinfarkte und Fälle von Herzinsuffizienz. Die Studie wurde durch die Nutzung der globalen Medizindatenbank TriNetX ermöglicht, die elektronische Krankheitsdaten von mehr als 120 Millionen Patientinnen und Patienten enthält. Prurigo nodularis, eine entzündliche Hauterkrankung mit stark juckenden Knoten, wurde bisher hauptsächlich als ein auf die Haut begrenztes Problem betrachtet. Allerdings legten frühere Arbeiten nahe, dass das Leiden auch mit Diabetes mellitus und chronischem Nierenversagen sowie psychiatrischen Erkrankungen assoziiert sein kann. Studien deuteten auch bereits darauf hin, dass diese Patientinnen und Patienten ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen könnten, jedoch waren die Untersuchungen durch die Seltenheit der Erkrankung begrenzt. Die Studienverantwortlichen betonen, dass aufgrund der Erkenntnisse bei der Therapie von Prurigo nodularis nicht nur die Hautveränderungen berücksichtigt werden sollten, sondern auch das erhöhte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Regelmäßige Überwachung und eine ganzheitliche Behandlungsstrategie könnten dazu beitragen, die Gesundheit und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern, so die Forschenden. Die Studie wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ermöglicht und durch die Clinician Scientist School Lübeck (CSSL) und das Exzellenzcluster PMI gefördert.
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