Studie zur Ablation von Vorhofflimmern bei Herzinsuffizienz geht in die klinische Phase

Das Studienteam vom DHZC gemeinsam mit dem ersten in die Studie eingeschlossenen Patienten. Foto: Sonja Gurris/DHZC

Wie wirkt sich die Ablationstherapie des Vorhofflimmerns bei Menschen mit Herzinsuffizienz auf den Verlauf der Herzschwäche aus? Auf diese Frage soll die nun gestartete internationale Studie CABA-HFPEF-DZHK27 Antwort geben, die unter Gesamtleitung von Dr. Abdul Shokor Parwani vom Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) steht.

An der Studie, die vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK) mit 3,2 Millionen Euro maßgeblich co-finanziert wird, beteiligen sich europaweit 60 Zentren. Gesamtstudienleiter Parwani ist Leiter der Elektrophysiologie am DHZC, Campus Virchow-Klinikum/Mittelallee.

Das Studienkürzel CABA-HFPEF steht für „CAtheter-Based Ablation of atrial fibrillation compared to conventional treatment in patients with Heart Failure with Preserved Ejection Fraction“, denn die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konzentrieren sich bei ihrer Studie auf Herzschwäche-Erkrankte mit einer erhaltenen (HFpEF) oder nur leicht reduzierten Auswurfleistung (HFmrEF). Diese Form der Herzinsuffizienz mache mehr als die Hälfte aller Herzschwäche-Erkrankungen aus, es gebe aber noch kaum Therapien, die den Zustand und die Prognose der Betroffenen verbessern, so der DHZC-Kardiologe. „Wir wollen deshalb herausfinden, ob eine Katheterablation des Vorhofflimmerns bei dieser Patient:innengruppe der bisherigen medikamentösen Standardbehandlung überlegen ist, ob die Leistungsfähigkeit also zu- und die Häufigkeit der Klinikeinweisungen sowie die Sterblichkeit dagegen abnehmen.“

Entsprechend sollen europaweit fast 1550 Patientinnen und Patienten mit genau definierten Ein- und Ausschlusskriterien nach dem Zufallsprinzip entweder abladiert oder medikamentös behandelt werden. In Berlin ist nach intensiven Vorarbeiten nun der erste Teilnehmer in die Studie eingeschlossen worden. Er wurde nach dem Zufallsprinzip dem Ablations-Arm der Studie zugeordnet und mithilfe der Elektroporation behandelt, einem neuen, besonders effektiven und zugleich schonenden Ablationsverfahren, das in Berlin und Brandenburg bislang nur an der DHZC-Kardiologie am Campus Virchow-Klinkum/Mittelallee vorgenommen wird. Der Eingriff verlief nach Angaben des DHZC komplikationslos, der Patient konnte am Folgetag entlassen werden. 1549 Patientinnen und Patienten in 60 Kliniken sollen ihm nun folgen.

„Dies war ein großer und wichtiger Schritt, um unser Wissen über die therapeutischen Optionen der Katheterablation von Vorhofflimmern bei Herzinsuffizienz-Patient:innen zu erweitern – Gratulationen an Dr. Parwani und sein Team“, lobt Prof. Gerhard Hindricks, Chief Integration Officer am DHZC.