Studie zur Analyse des Bewegungsverhaltens beim hybriden Arbeiten

Wie sieht das Bewegungsverhalten von Beschäftigten an Bildschirmarbeitsplätzen im Homeoffice aus verglichen mit ihrem Verhalten im Büro? Dieser Frage ist das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) in einer Feldstudie nachgegangen.

Bewegen Sie sich Menschen im Homeoffice mehr, weniger oder anders? Die Feldstudie kam zu folgenden Ergebnissen: Die Messungen zeigen, dass der Anteil sedentären Verhaltens (reines Sitzverhalten) im Homeoffice im Vergleich zum Büro höher war.

Häufigeres und längeres Sitzen im Homeoffice

Insbesondere traten ununterbrochene Sitzphasen im Homeoffice häufiger und über längere Zeiträume auf. So verbrachten die Beschäftigen 46,2 Prozent ihrer Arbeitszeit im Homeoffice in langen Sitzintervallen von mindestens 30 Minuten Dauer, im Büro dagegen lediglich 38,9 Prozent.

Unabhängig vom Arbeitsort war der Anteil sedentären Verhaltens während der Arbeitszeit im Vergleich zur gesamten täglichen Wachzeit leicht erhöht. Eine gesonderte Analyse der Mittagspausen ergab zwar keine Unterschiede in den Aktivitätsanteilen zwischen den Arbeitsorten, jedoch wurden im Homeoffice während der Pausen signifikant mehr Haltungswechsel registriert.

Studiensetting und Methodik

Das Bewegungsverhalten von hybrid arbeitenden Personen wurde mit einem am Oberschenkel getragenen Sensor gemessen und anschließend mittels der CUELA-Methode ausgewertet. Dabei wurden sowohl die Aktivität vor, während und nach der Arbeitszeit als auch die Gestaltung der Pausen, der Arbeitsweg und Freizeitaktivitäten untersucht. Erfasst wurden Parameter des Bewegungsverhaltens wie Schrittzahl, Körperhaltungen und Haltungswechsel, Fortbewegungsaktivitäten sowie das metabolische Äquivalent (MET).

Betrachtet wurde sowohl die reine Arbeitszeit als auch die gesamte Wachzeit der Arbeitstage. Die Betrachtung der Arbeitszeit lässt eine Einschätzung der Umstände während der Beschäftigung zu. Die Analyse der Wachzeit ist bedeutsam, da sedentäres Verhalten und körperliche Aktivität sich möglicherweise abhängig vom Arbeitsort auch außerhalb der Arbeitszeiten unterscheiden. Die Analyse von Bewegungsmustern während der Arbeitszeit im Vergleich zur gesamten Wachzeit ermöglicht somit eine umfassendere Bewertung gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen in unterschiedlichen Arbeitsumgebungen.

Studienpanel

Die Gesamtstichprobe umfasste insgesamt 52 Teilnehmende, davon 29 weiblich und 23 männlich. Die Teilnehmenden waren im Durchschnitt 41,1 Jahre alt und hatten einen mittleren Body-Mass-Index (BMI) von 25,3 kg/m2. Die Auswertung der reinen Arbeitszeit basiert auf diesen 52 Personen, die Auswertung der Wachzeit auf 46 Personen.