Studie zur nicht invasiven Stimulation des Vagusnervs bei Depression sucht Teilnehmer

Nicht invasiver Vagusnervstimulator am Ohr (Quelle: © MPI für Psychiatrie; KI-generiert)

Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPI) leitet eine Studie, um die biologischen Mechanismen der transaurikulären Stimulation des Vagusnervs bei Depression zu verstehen. Hierfür werden noch Teilnehmer gesucht.

Rund ein Drittel der Patienten, die wegen einer Depression mit einer Pharmakotherapie und Psychotherapie behandelt werden, spricht nicht oder nur unzureichend auf die Behandlung an. Für sie kann die direkte Stimulation von Nerven im Gehirn eine Alternative sein. Relativ neu und bisher nicht ausreichend erforscht ist die Stimulation des Vagusnervs. Der Nervenstrang verbindet das Gehirn mit dem Darm und steuert nicht nur wichtige Körperfunktionen wie die Verdauung, sondern auch das Herz.

Die Aktivierung des Vagusnervs mittels eines implantierten Stimulators wird seit rund sechs Jahren bei schwer depressiven Patienten durchgeführt. Es liegen jedoch nur wenige Daten aus hochwertigen Studien vor. Sie legen nahe, dass eine solche Stimulation vorwiegend bei denjenigen Patienten wirkt, die auch auf eine Elektrokonvulsionstherapie positiv angesprochen haben. Das MPI in München ist eigenen Angaben zufolge das einzige Zentrum in Oberbayern, das die Nachsorge und ambulante Behandlung depressiver Patienten mit einem implantierten Vagusnerv-Stimulator übernehmen kann. Das Einsetzen des Gerätes selbst führen die Experten dort nicht durch.

Studie zur einfachen Stimulation am Ohr

„Wissenschaftlich konzentrieren wir uns auf die Stimulation des Vagusnervs von außen, da sie durch die einfache Anwendung und nur sehr geringe Nebenwirkungen ein enorm interessantes Verfahren darstellt“, erläutert der Direktor der Forschungsklinik, Prof. Peter Falkai. Bei der non-invasiven transaurikulären Vagusnerv-Stimulation wird der Vagusnerv mittels sanfter elektrischer Impulse am Ohr durch die Haut gereizt. Das experimentelle Verfahren ist noch weniger etabliert als die Stimulation mit einem Implantat, es liegen kaum qualitativ hochwertige Studien zur Wirksamkeit vor. Sie zeigen jedoch, dass auch diese Form der Stimulation einen positiven Effekt bei depressiven Störungen haben könnte.

Welche biologischen Mechanismen beteiligt sind und wie sie eventuell zur Besserung von Symptomen führen, ist nicht geklärt. Daher läuft an der Forschungsklinik des MPI gerade eine Studie dazu an. „Wir erwarten nicht, dass diese Form der Stimulation bei allen depressiven Patienten wirksam sein wird. Wir möchten durch unsere Forschung verstehen, bei welcher Gruppe sie wirksam sein könnte, um unsere Patienten langfristig individueller behandeln zu können“, lautet die Einschätzung vom Projektleiter Neurostimulationsverfahren Iven-Alex von Mücke-Heim.

Wer an der Studie teilnehmen möchte, sollte (teil)stationärer Patient sein.