Studien: E-Zigaretten helfen Rauchern nicht besonders gut bei der Entwöhnung

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E-Zigaretten sind heute das beliebteste Produkt zur Raucherentwöhnung in den USA – vor allen von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) genehmigten Hilfsmitteln zur Raucherentwöhnung, von Nikotinpflastern und Kaugummi bis hin zu verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Die Autoren zweier kürzlich veröffentlichter Analysen einer großen national repräsentativen Längsschnittstudie berichten jedoch, dass E-Zigaretten Erwachsenen nicht wirksam helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Es seien jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um festzustellen, ob sich diese Ergebnisse auch auf neuere Formen von E-Zigaretten erstrecken, die Nikotin genauso effektiv abgeben können wie Zigaretten.

Die Analysen wurden von Forschern der San Diego School of Medicine der Universität von Kalifornien unter Verwendung von Daten aus der PATH-Studie (Population Assessment of Tobacco and Health), einer Längsschnittstudie zum Tabakkonsum und seinen Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen in den USA, durchgeführt. In der PATH-Studie, die vom National Institute on Drug Abuse (NIDA) und dem FDA Center for Tobacco Products im Auftrag von Westat durchgeführt wurde, untersuchte man zwischen September 2013 und Dezember 2014 eine national repräsentative Stichprobe von 45.971 Erwachsenen und Jugendlichen und befragte sie vier Jahre lang jährlich erneut.

Die erste Analyse berücksichtigte 2770 Personen, die täglich rauchten und nach eigenen Angaben im ersten Jahr der Nachbeobachtung versuchten, mit dem Rauchen aufzuhören. 23,5 Prozent verwendeten im Zeitraum 2014/2015 (vor der Einführung von Nikotinsalzen in solchen Produkten) zu diesem Zweck E-Zigaretten. Bei der zweiten Nachuntersuchung ein Jahr später hatten 9,6 Prozent der E-Zigaretten-Nutzer in den vorangegangenen 12 Monaten auf das Rauchen verzichtet, verglichen mit 9,5 Prozent ohne E-Zigaretten sowie 10,2 Prozent, die weder E-Zigaretten noch pharmazeutische Hilfsmittel zur Entwöhnung benutzten. Es gab laut den Autoren keine Hinweise darauf, dass die Entwöhnungsraten sich beim Einsatz von E-Zigaretten unterschieden und eng mit denen von Rauchern übereinstimmten, die keine E-Zigaretten als Hilfestellung benutzten.

„In dieser repräsentativen Stichprobe von US-Rauchern, die versuchten, das Rauchen aufzugeben, fanden wir keine Hinweise darauf, dass E-Zigaretten bei diesem Entwöhnungsversuch hilfreich waren“, berichtet Dr. John P. Pierce vom UC San Diego Moores Cancer Center und Erstautor der Studie. „Diese mangelnde Wirksamkeit zeigte sich auch in der Teilstichprobe, die im Rahmen eines solchen Entwöhnungsversuches täglich E-Zigaretten konsumierte.“

Die zweite Analyse berücksichtigte 2535 Raucher (täglicher wie auch nicht täglicher Konsum) aus der zweiten Umfragewelle der PATH-Studie, die nach eigenen Angaben im nächsten Follow-up-Jahr einen Abbruchversuch unternahmen. 17% von ihnen setzten dafür in den Jahren 2015/2015 E-Zigaretten ein. Bei der anschließenden Follow-up-Befragung (Welle 4) gaben 13 Prozent an, mindestens 12 Monate lang nicht geraucht zu haben – eine etwas höhere Rate als in der ersten Analyse. Dies sei auf die Einbeziehung von Personen zurückzuführen, die nicht täglich rauchen, so die Forscher – denn von diesen wisse man, dass sie höhere Entwöhnungsraten haben. Auch hier betonen die Autoren der Studie, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass sich die Entwöhnungsraten von denen gut übereinstimmender Raucher unterschieden, die keine E-Zigaretten verwendeten. In dieser Analyse wurde jedoch deutlich, dass Teilnehmer, die E-Zigaretten zur Raucherentwöhnung einsetzten, bei der Nachuntersuchung mit geringerer Wahrscheinlichkeit nikotinfrei waren. Dies lag hauptsächlich daran, dass viele derjenigen, die mit dem Rauchen aufgehört hatten, immer noch E-Zigaretten verwendeten, die auch Nikotin enthielten.

„In diesen Analysen haben wir jeden Raucher, der E-Zigaretten als Entwöhnungshilfe verwendete, sorgfältig mit bis zu zwei ähnlichen Rauchern verglichen, die ohne Einsatz von E-Zigaretten versuchten, mit dem Rauchen aufzuhören“, erklärt Karen Messer, Leiterin der Abteilung für Biostatik am UC San Diego Moores Cancer Center und Seniorautorin beider Artikel. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Raucher ohne den Einsatz von E-Zigaretten genauso erfolgreich mit dem Rauchen aufgehört hätten. Ohne den Einsatz von E-Zigaretten wären sie allerdings erfolgreicher von ihrer Nikotinabhängigkeit losgekommen.“