Stuhltest versus Koloskopie: Mehr Teilnehmer, vergleichbare Mortalität14. Juli 2025 © Orawan – stock.adobe.com (Symbolbild) So richtig beliebt ist die Darmspiegelung zur Darmkrebs-Früherkennung bekanntlich eher nicht. Wäre ein Screening auf Basis eines immunchemischen Stuhltests (FIT) dem Screening per Koloskopie unterlegen? Dieser Frage sind Forscher um Prof. Antoni Castells, Hospital Clínic de Barcelona, Spanien, in der COLONPREV-Studie nachgegangen. Dabei beobachteten sie eine höhere Teilnahme-Rate beim FIT-Screening und eine vergleichbare Darmkrebs-Mortalität. Wie die Autoren ausführen, handelte es sich bei COLONPREV um eine pragmatische, randomisierte, kontrollierte Nichtunterlegenheitsstudie, die an 15 Krankenhäusern der Tertiärversorgung in 8 Regionen Spaniens durchgeführt wurde. Geeignet waren mutmaßlich gesunde Erwachsene zwischen 50 und 69 Jahren, die weder eine persönliche Anamnese mit Darmkrebs, Adenomen oder entzündlichen Darmerkrankungen hatten noch eine familiäre Vorgeschichte von erblichem oder familiärem Darmkrebs (d.h. ≥2 Verwandte 1. Grades mit Darmkrebs oder einer Diagnose vor dem 60. Lebensjahr), schwere Komorbiditäten oder eine frühere Kolektomie. Die Teilnehmer wurden 1:1 randomisiert einer einmaligen Koloskopie oder einem FIT alle 2 Jahre vor der Einladung zum Screening zugeteilt. Als primären Endpunkt hatten die Wissenschaftler die Darmkrebs-Mortalität nach 10 Jahren definiert, ermittelt in der Intention-to-screen-Population. Für den Nachweis der Nichtunterlegenheit war ein absoluter Unterschied von <0,16 Prozentpunkten erforderlich. Von 01.06.2009–31.12.2021 wurden insgesamt 57.404 Personen für eine Einladung zur Koloskopie (n=28.708) oder den FIT (n=28.696) randomisiert. Dabei bestand die Intention-to-screen-Population aus 26.332 Personen in der Koloskopie-Gruppe und 26.719 in der FIT-Gruppe. In der Intention-to-screen-Population beziffern die Autoren die Teilnahme an jeglicher Form des Screenings auf 31,8% in der Koloskopie-Gruppe und auf 39,9% in der FIT-Gruppe (Risikoverhältnis [RR] 0,79; 95%-KI 0,77–0,82). Erfreulicherweise war der FIT hinsichtlich des Risikos, innerhalb von 10 Jahren an Darmkrebs zu sterben, gegenüber der Koloskopie nicht unterlegen: Das Risiko betrug 0,22% (55 Todesfälle) in der Koloskopie-Gruppe und 0,24% (60 Todesfälle) in der FIT-Gruppe (Risikodifferenz -0,02; 95%-KI -0,10 bis 0,06; RR 0,92; 95%-KI 0,64–1,32; pNichtunterlegenheit=0,0005). Fazit Die Teilnahme am Screening war bei Personen, die zur Screening-Untersuchung mittels fäkaler immunochemischer Tests eingeladen wurden, höher als bei jenen, die zur Koloskopie eingeladen wurden. Auf Basis der in dieser Studie beobachteten Teilnahme war ein Screening-Programm auf Basis des fäkalen immunochemischen Tests im Hinblick auf die kolorektale Krebs-assoziierte Mortalität nicht unterlegen gegenüber einem Koloskopie-basierten Programm. (sf) Autoren: Castells A et al. Korrespondenz: Antoni Castells; [email protected] Studie: Effect of invitation to colonoscopy versus faecal immunochemical test screening on colorectal cancer mortality (COLONPREV): a pragmatic, randomised, controlled, non-inferiority trial Quelle: Lancet 2025;405(10486):1231–1239. Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(25)00145-X
Mehr erfahren zu: "Hautkrebsscreening in Deutschland: Kein Vorteil im Ländervergleich" Hautkrebsscreening in Deutschland: Kein Vorteil im Ländervergleich Der Nutzen eines bevölkerungsweiten Hautkrebsscreenings ist umstritten. Ein Forschungsteam aus Oldenburg und Lübeck hat nun Trends der Melanomsterblichkeit in Deutschland und den Nachbarländern verglichen.
Mehr erfahren zu: "Beobachtungsstudie: Weniger Gebrechlichkeit unter Statintherapie" Beobachtungsstudie: Weniger Gebrechlichkeit unter Statintherapie Eine aktuelle Studie aus den USA deutet darauf hin, dass Statine neben der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch positive Auswirkungen auf ein gesundes Altern haben könnten.
Mehr erfahren zu: "Diabeteszentren: Spezialisierte Versorgung könnte jährlich etwa 1.140 Leben retten" Diabeteszentren: Spezialisierte Versorgung könnte jährlich etwa 1.140 Leben retten Neue Daten zeigen, dass Menschen mit Diabetes in zertifizierten Diabeteszentren eine niedrigere Krankenhaussterblichkeit und kürzere Liegedauer aufweisen. Die Zertifizierung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) gewährleistet leitliniengerechte Standards und eine spezialisierte […]