Swiss OphthAward: Ausgezeichnete Grundlagen- und klinische Forschung

Der Swiss OphthAward wurde auf dem Jahreskongress der Schweizerischen Ophthalmologischen Gesellschaft (SOG) in Davos an drei junge Wissenschaftler für herausragende Publikationen vergeben.

Die Gewinner 2017 des in drei Kategorien und jeweils mit 10.000 Schweizer Franken dotierten Preises sind Konstantinos Nikopoulos und Pietro Farinelli (Departement für Bioinformatik der Universität Lausanne) in der Kategorie „Best Experimental Work“, Ghislaine Traber (Universitäts-Augenklinik Zürich) in der Kategorie „Highest Clinical Relevance“ und Florentina Freiberg (Augenklinik Stadtspital Triemli, Zürich) in der Kategorie „Jury’s Choice“. Überreicht wurde der Swiss OphthAward* von Jury-Präsidentin Prof. Klara Landau.

Konstantinos Nikopoulos und Pietro Farinelli haben für ein Syndrom mit Blindheit und Schwerhörigkeit bis Taubheit zugrundeliegende Mutationen im Gen CEP78 gefunden und erstmals beschrieben (CEP78-Syndrom). Die neu beschriebenen Mutationen gehören zu den erblichen Zapfen-Stäbchen-Dystrophien, die einen schweren Defekt in den Zilien sowie eine zapfenbetonte retinale Degeneration mit zentral betontem Gesichtsfelddefekt bewirken. Das CEP78-Syndrom grenzt sich vom bekannten Usher-Syndrom deutlich ab, betont die Jury.

Ghislaine Traber beschrieb Drusenpapillen mittels Enhanced Depth Imaging-OCT und konnte drei Typen von Papillendrusen charakterisieren: den hyperreflektiven peripapillären subretinalen Typ, den hperreflektiven granulären Typ und den hyporeflektiven konfluierenden Typ. Bei Augen mit Drusen und Gesichtsfelddefekten zeigten sich signifikante Unterschiede der morphologischen Druseneigenschaften gegenüber Augen mit Drusen, aber ohne Gesichtsfelddefekte. Diese Beobachtung, so die Jury, kann besonders bei unklaren Gesichtsfelddefekten relevant sein.

Florentina Freiberg untersuchte an weit über 100.000 Anti-VEGF Injektionen in drei Spitälern die Häufigkeit einer Endophthalmitis. Sämtliche erfassten 134.701 intravitrealen Injektionen (zwischen 2003 und 2016) waren in einem Operationssaal unter sterilen Bedingungen vorgenommen worden. Auf 13.470 Injektionen kam ein Fall von vermuteter ­Endophthalmitis (0,007%); insgesamt wurden zehn Fälle dokumentiert. Positive Kulturen wurden in vier Fällen nachgewiesen. Im internationalen Vergleich, so heißt es, sei diese Rate niedrig.

* Zum Swiss OphthAward
Der Preis wird seit 2013 vergeben an Forscherinnen und Forscher Schweizer Herkunft oder an Schweizer Instituten. Mit diesem Förderpreis sollen ophthalmologische Forschungstätigkeiten jüngerer Forschender bis zum vollendeten 44. Lebensjahr honoriert werden. Die Schweizerische Ophthalmologische Gesellschaft SOG-SSO trägt die Verantwortung für Inhalt, Durchführung und Preisvergabe. Eingereicht werden Projekte aus der Grundlagenforschung oder klinische Forschungsprojekte.  Die Fachjury besteht aus acht Mitgliedern verschiedener ophthalmologischer Teilgebiete. Die Forschungspreise werden von der Firma Bayer (Schweiz) AG zur Verfügung gestellt.
www.ophthaward.ch

Quelle: Schweizerische Ophthalmologische Gesellschaft (SOG)

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