Symptom-Schweregrade bei refraktärem Sodbrennen und Reflux1. März 2024 © AntonioDiaz – stock.adobe.com (Symbolbild) Welche physiologischen und psychologischen Faktoren beeinflussen die Berichterstattungen von Patienten mit Ösophagussymptomen hinsichtlich der Schweregrad-Outcomes von Reflux, Sodbrennen und Schlafstörungen? Um Antworten auf diese Frage zu finden, haben belgische Forschende insgesamt 393 erwachsene Personen (mittleres Alter 48,5 Jahre; 60% weiblich) mit refraktärem Sodbrennen und Refluxsymptomen untersucht. Alle Probanden hatten sich einer standardmäßigen 24-stündigen pH-Impedanz-Überwachung unterzogen. Die Patienten füllten zudem Fragebögen mit Bezug auf ihre frühere und aktuelle gastrointestinale und psychologische Gesundheit aus. Die Wissenschaftler bewerteten auf dieser Grundlage die Beziehungen zwischen psychologischen und physiologischen Variablen (z.B. die Gesamtzahl der Refluxepisoden) und den Refluxschweregraden. Die Auswertung erfolgte mittels traditioneller statistischer Analysen und einer Strategie des Maschinellen Lernens, für das die Forscher Daten in 11 unterschiedliche Modelle eingaben, um deren Leistung durch Kreuzvalidierung zu vergleichen. Die allgemeine psychologische Funktionsfähigkeit erwies sich im traditionellen statistischen Untersuchungsansatz als wichtige Variable, da sie signifikant mit allen 3 Outcomes assoziiert war und die Beziehung zwischen Kindheitstraumata und dem Schweregrad sowohl von Gesamt-Reflux als auch Sodbrennen vermittelte. In den Analysen des Maschinellen Lernens waren allgemeine psychologische Variablen (bspw. depressive Symptome) am wichtigsten für die Ergebnisse bzgl. Gesamt-Reflux und Schlafstörungen, während symptomspezifische Variablen wie viszerale Angststörungen einflussreicher für den Schweregrad von Sodbrennen waren. Physiologische Variablen trugen in dieser Stichprobe über die Refluxklassifikationen und statistischen Methoden hinweg nichtsignifikant zum Schweregrad von Refluxsymptomen bei. Fazit Sowohl allgemeine als auch symptomspezifische psychologische Prozesse sollten somit nach Ansicht der Studienautoren als zusätzliche und entscheidende Faktoren berücksichtigt werden, die die Berichterstattung über den Schweregrad von Refluxsymptomen im gesamten Erkrankungsspektrum deutlich beeinflussen können. (bi) Autoren: Guadagnoli L et al. Korrespondenz: Livia Guadagnoli; [email protected] Studie: Psychological Processes, Not Physiological Parameters, Are Most Important Contributors to Symptom Severity in Patients With Refractory Heartburn/Regurgitation Symptoms Quelle: Gastroenterology 2023;165(4):848–860. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2023.06.019
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