Symptome einer Essstörung häufig auch bei Menschen mit insulinabhängigem Diabetes10. Mai 2024 Foto: © gpointstudio/stock.adobe.com Einer an der Universität von Ostfinnland, Finnland, durchgeführten Metaanalyse zufolge weist einer von vier Patienten mit insulinabhängigem Diabetes im Alter von 16 Jahren und älter auch Essstörungssymptome auf. Zusätzlich zu den typischen Symptomen einer Essstörung, wie Essanfälle und Einschränkung der Nahrungsaufnahme, wird insulinabhängiger Diabetes auch mit Insulinunterlassung in Verbindung gebracht, d. h. einer besonderen Form der Essstörung, bei der die Insulindosis absichtlich eingeschränkt oder ganz ausgelassen wird, weil man eine Gewichtszunahme befürchtet. „Das absichtliche Auslassen oder die Einschränkung von Insulindosen führt zwar zu einer Gewichtsabnahme, hält aber auch einen hohen Blutzuckerspiegel aufrecht und bringt das Diabetesmanagement aus dem Gleichgewicht“, kommentiert Pia Niemelä von der University of Eastern Finland. In der Analyse, die in der Fachzeitschrift „Eating Behaviors“ veröffentlicht wurde, wurden Ergebnisse aus 45 früheren Studien zusammengefasst. Die Daten umfassten insgesamt 11.592 Personen mit insulinabhängigem Diabetes, von denen 2.521 Symptome einer Essstörung aufwiesen. Der Meta-Analyse zufolge gab einer von fünf Patienten an, absichtlich Insulin wegzulassen. Symptome bei Frauen häufiger als bei Männern Die Symptome einer Essstörung traten bei Frauen häufiger auf als bei Männern, eine Beobachtung, die auch schon bei Jugendlichen gemacht wurde. Das Alter war jedoch kein signifikanter Faktor, da Essstörungen unabhängig von der Altersgruppe auftraten. „Man geht oft davon aus, dass die Symptome einer Essstörung Jugendliche und junge Erwachsene betreffen. Unsere Meta-Analyse zeigt jedoch, dass auch Erwachsene unter Essstörungssymptomen leiden, weshalb es wichtig ist, zu lernen, Patienten mit Essstörungen zu erkennen. Hier in Finnland beispielsweise gibt es derzeit keinen Behandlungspfad für Patienten, die sowohl an Diabetes als auch an Essstörungen leiden. Die Kenntnis des Krankheitsbildes und seiner Prävalenz ist der erste Schritt zur Entwicklung von Behandlungs- und Betreuungspfaden“, so Niemelä. Diabetiker mit Essstörungssymptomen haben ein höheres Risiko für Komorbiditäten und Komplikationen im Zusammenhang mit Diabetes. Essstörungssymptome werden mit verschiedenen Erhebungen erfasst, darunter der am häufigsten verwendete DEPS-R, der in der aktuellen Metaanalyse bei 27 Prozent der Probanden positiv war.
Mehr erfahren zu: "DDG fordert Kostenübernahme von Adipositasmedikamenten für Risikopatienten" DDG fordert Kostenübernahme von Adipositasmedikamenten für Risikopatienten Moderne Medikamente können bei Adipositas nicht nur das Körpergewicht reduzieren, sondern auch das Risiko schwerer Folgeerkrankungen senken. Dennoch müssen Betroffene die Behandlung bislang meist selbst bezahlen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft […]
Mehr erfahren zu: "Diabetes und Zyklus: Automatisierte Insulinabgabe gleicht nicht alles aus" Diabetes und Zyklus: Automatisierte Insulinabgabe gleicht nicht alles aus In der zweiten Hälfte des Zyklus benötigen viele Frauen mit Typ-1-Diabetes mehr Insulin, um ihre Blutzuckerwerte im Zielbereich zu halten. Eine Beobachtungsstudie zeigt jedoch trotz automatisierter Insulinabgabe deutliche individuelle Unterschiede. […]
Mehr erfahren zu: "Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel" Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel Acht Verbände setzen ein Zeichen gegen Machtmissbrauch im Krankenhaus: Ein gemeinsames Leitbild für Respekt, Sicherheit und Gleichbehandlung soll Ausgangspunkt eines nachhaltigen Kulturwandels sein.